Das Kommunalwahlprogramm 2009-2014 von Bündnis 90/Die Grünen

(Auszug) [...]
5.2 Mehr Raum für Sport
Sport ist ein wichtiger Bestandteil unserer modernen Gesellschaft. Individuell fördert er die Gesundheit jedes einzelnen Sporttreibenden. In der Gemeinschaft leistet der organisierte Sport einen wichtigen Beitrag zur sozialen und ethnischen Integration der einzelnen Sportlerinnen und Sportler. Gerade Jugendliche erlangen im Sport soziale Kompetenzen. Er stärkt ihr Selbstbewusstsein. Sie lernen Ihren Körper besser kennen und beherrschen. Sport ist ein wichtiger Katalysator für Aggressionen und dient der Gewaltprävention.

Leider werden immer weniger Menschen von den verschiedenen Sport- und Freizeitangeboten in Saarbrücken erreicht. Ein Indikator hierfür ist die Tatsache, dass erschreckend viele Kinder schon im Einschulungsalter unter Bewegungsmangel leiden und nur noch über eingeschränkte koordinative Fähigkeiten verfügen. Deshalb muss der Sport in Saarbrücken stärker gefördert werden. Wir GRÜNE wollen die Vernetzung und Zusammenarbeit lokaler Sportvereine, Schulen und Jugendorganisationen vorantreiben, um das vorhandene Angebot wieder näher an die Kinder und Jugendlichen heranzubringen. Die Bemühungen von Vereinen, Jugendorganisationen und Schulen, miteinander zu kooperieren sollen seitens der Verwaltung aktiv unterstützt werden. Deshalb fordern wir GRÜNE die Verwaltung auf, ein Konzept für ein aktives Sportmanagement zu entwickeln. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Vereine die Möglichkeit haben, angemessene Trainingszeiten in den städtischen Hallen und auf den städtischen Sportflächen zu bekommen. Angesichts des Mangels an geeigneten Sportstätten soll das Sportmanagementkonzept zu einer konsequenten und effizienten Nutzung der vorhandenen Sportstätten führen.

Es soll zudem aufgezeigt werden, in welchen Stadtteilen das bestehende Angebot dringend verbessert werden muss, damit eine Nahversorgung für Kinder und Jugendliche mit geeigneten Sportstätten gewährleistet werden kann. Etwaige Kooperationen zwischen Schulen, Vereinen und/oder Jugendorganisationen sollen nicht mehr dem Zufall oder der Eigeninitiative der einzelnen Akteure überlassen werden, sondern im Rahmen des Sportmanagementkonzeptes gezielt initiiert werden. Neben dem organisierten Sport soll auch der Individual- und Breitensport durch das Sportmanagementkonzept unterstützt werden. Den Bürgerinnen und Bürgern sollen die nötigen Informationen über die bestehenden Sportstätten und deren Öffnungszeiten einfach zugänglich gemacht werden. Es soll ein gezieltes Angebot für IndividualsportlerInnen und auch für aktive Seniorinnen und Senioren gestaltet werden. In allen Stadteilen sollen multifunktionale Wiesen und Plätze für Spiel, Spaß und Sport entstehen bzw. weiter ausgebaut werden, um Möglichkeiten zum Sporttreiben anbieten zu können. Des Weiteren soll das von uns schon seit langem geforderte Bäderkonzept integraler Bestandteil des Sportmanagementkonzeptes werden.


SPD St. Johann: Stadt für "verfehlte Bäderpolitik" verantwortlich Neues Betreibermodell gefordert -- VVS fördert Bäder der Umlandgemeinden

2009 Die St. Johanner Sozialdemokraten haben der Stadt und der Bäderbetriebsgesellschaft (BBS) eine "verfehlte Bäderpolitik" vorgeworfen. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD St. Johann, Thomas Kruse, sagte, es sei "nicht länger hinnehmbar, dass die BBS die Bürger offenbar systematisch vom Besuch des Totobades abhalten will".

Die Öffnungszeiten des Bades außerhalb der Ferienzeit seien nicht nachvollziehbar. "Es ist völlig unverständlich, dass zurzeit ab 17.00 Uhr die Besucher abgewiesen werden, obwohl das Totobad das einzig verbliebene Bad in der Innenstadt ist." Bürger, die nach ihrem Feierabend noch schwimmen wollen, müssen dann nach Altenkessel, Fechingen oder Dudweiler ausweichen. Kruse: "Es kann nicht sein, dass für die über 90.000 Einwohner des Stadtbezirkes Mitte dann nur noch die kleinen Bäder in den Randbezirken zur Verfügung stehen, weil man dort im Gegensatz zum Totobad einen Betrieb mit zwei Schichten organisiert. Hier werden eindeutig falsche Prioritäten gesetzt."
Die von der BBS in der Saarbrücker Zeitung genannten Zahlen zum Betrieb des Totobades seien absurd. "Natürlich kostet jede Betriebsstunde Geld. Deshalb muss man dafür sorgen, dass die Auslastung des Bades gesteigert wird. Hierzu brauchen wir kundenorientierte Öffnungszeiten und ein Marketing-Konzept für alle Bäder."

Besonders ärgerlich sei, dass der städtische VVS-Konzern über die Energiekooperationen mit Friedrichsthal und Kleinblittersdorf die dortigen Bäder mit Millionenaufwand subventioniert habe. "Während dort mit unserem Geld umfassende Öffnungszeiten finanziert werden, hat die VVS-Tochter BBS kein Geld um das Totobad tagsüber geöffnet zu halten. Wie ist das den Saarbrücker Bürgern noch zu erklären?"

Kruse vermutet, das Totobad solle ausgeblutet werden. Es sei merkwürdig, dass die Stadtpolitik den Bädern lediglich eine Bestandsgarantie bis zur Kommunalwahl geben wolle. Er erinnert auch an die Schließung des früheren Stadtbades, die gegen den Willen der St. Johanner Sozialdemokraten erfolgt sei. "Eine Wiederholung dieses Vorganges beim Totobad wird auf unseren erbitterten Widerstand stoßen. Deshalb fordern wir noch vor der Kommunalwahl ein abgestimmtes Bäderkonzept, das den Bestand der Saarbrücker Bäder sichert. Die Politik muss den Bürgern vor der Wahl sagen, was sie zu tun gedenkt. Solange dies nicht geschieht, rufen wir die Bürger zum massiven Protest auf."

Die St. Johanner Sozialdemokraten sprechen sich dafür aus, alle Bäder der Stadt in ein einheitliches Betreibermodell zu integrieren. Bislang schiebe die Politik die Verantwortung für das Desaster am Schwarzenberg-Bad der BBS zu, während diese sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung hinter dem Stadtrat verschanze. Kruse: "Das ist eine nahezu perfekte Form organisierter Verantwortungslosigkeit. Deshalb wollen wir klare Ansprechpartner mit klaren Verantwortlichkeiten. Das ist am besten innerhalb der städtischen Strukturen zu erreichen."


aktualisiert:  22:14 04/05 2009