Sind nun doch die Bäder fällig?

Land lehnt Saarbrücker Haushalt ab – Auch bei Sport und Kultur soll gespart werden


Das Land hat den Haushalt der Stadt Saarbrücken abgelehnt und fordert harte Nachbesserungen. Grund: Der Stadt droht die Überschuldung. Der Rat muss nun über einen Nachtragshaushalt entscheiden.

Von SZ-Redakteur Alexander Will


Saarbrücken. Der Postbote lieferte am Mittwoch im Saarbrücker Rathaus einen Brief mit Sprengkraft ab.

Absender: das Landesverwaltungsamt. Empfänger: Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD). Inhalt: Das Land lehnt die Genehmigung des Saarbrücker Haushaltes ab. Für die Saarbrücker ist das eine schlimme Nachricht. Finanzdezernent Ralf Latz (SPD) zeigte sich gestern gegenüber der SZ bedrückt. Latz: „In der Schärfe hatten wir das nicht erwartet.“ Und in der Tat haut das Land der Stadt den Haushalt regelrecht um die Ohren (Brief liegt der SZ vor).

Gleich im ersten Satz nennt der zuständige Beamte die Schlüsselzahl: 105 Millionen Euro „Unterdeckung“ weise der neue Haushalt auf. Das sei eine „deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr“ und habe seine Ursache auch im starken Anstieg der Regionalverbandsumlage (siehe Grafik). Das Resultat sei klar – in zwei Jahren werde die Stadt ihre Rücklagen komplett aufgezehrt haben, damit sei sie überschuldet und der vorgelegte Haushalt daher nicht genehmigungsfähig.

Regelrecht abgewatscht wird die Stadt in dem Schreiben für ihre Sparbemühungen (die SZ berichtete). Diese fielen erheblich niedriger aus, als das Gutachten von Rödl & Partner es vorgeschlagen hatte, heißt es. Außerdem habe der Rat beschlossen, dass er „keine weiteren Einsparungen bei der Freizeit- und Sportinfrastruktur vornehmen und die Bereiche Kultur und Bildung von der Konsolidierung ausnehmen will“. Der Kommentar des Landesbeamten: „Angesichts der drohenden Überschuldung sehe ich die Beschlüsse des Stadtrates als nicht ausreichend.“

Klartext: Die Schließung von Schwimmbädern in Saarbrücken wird wohl wieder auf die Tagesordnung kommen. Finanzdezernent Ralf Latz: „Die Bäderschließungen hat der Rat ja nicht mitgemacht, jetzt wird er seine Positionen überdenken müssen.“

Das wird für die Ratsfraktionen eine ganz schwere Aufgabe. Das Land nennt nämlich auch eine Hausnummer. Bis 2013 soll der Rat noch einmal 30,37 Millionen Euro zusätzlich sparen. Das jedoch könnte noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein, denn in dem Schreiben heißt es weiter: „Ich kann hierbei nicht ausschließen, dass die künftige Entwicklung es erforderlich macht, die eigenen Bemühungen der Stadt zur Verbesserung der Haushaltslage noch zu verstärken.“

Bis dahin schneidet das Land aber noch an anderer Stelle tief in den Haushalt der Stadt – bei den Krediten für Investitionen. Hier kappt das Land mehr als drei Millionen Euro und stellt fünf Millionen Euro unter Vorbehalt. Nur Kredite für das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ darf die Stadt weiter aufnehmen.

Und was tut die Stadt nun? Ralf Latz: „Der Rat muss entweder bei einer Sondersitzung oder der regulären Sitzung am 29. Juni einen Nachtragshaushalt beschließen.“ Wie der aussehen könnte, müssten Gespräche in den kommenden Tagen – auch mit Innenminister Stephan Toscani (CDU) – zeigen. Im Vergleich zum Land sieht der Finanzdezernent die Kommune Saarbrücken da aber in einer schwachen Position: „Das Land ist dreimal so hoch verschuldet, hat aber keine Kommunalaufsicht im Nacken.“

Koalition will Badespaß mit Steuergeld retten - Gewerkschaft verdi droht mit Streik

Städtische Mitarbeiter sollen aus der Spardiskussion rausbleiben
Rot-Rot-Grün: Alle Bäder bleiben offen, Steuern gehen hoch
Die Stadtratsmehrheit von SPD, Linken und Grünen will die Gewerbe- und die Grundsteuer erhöhen und eine „Bettensteuer“ einführen. Es wird kein Bad geschlossen. Beim Personal wird nicht gespart.
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen  SZ 23.02.2010


Die SPD-Stadtratsfraktion ist gestern ihren Parteifreunden Charlotte Britz und Ralf Latz in den Rücken gefallen. Nach einem Gespräch mit den Linken und den Grünen erklärte die Stadtrats-SPD die von der Oberbürgermeisterin und dem Bürgermeister angestoßene Debatte um Schwimmbadschließungen für beendet. „Die von der Verwaltung vorgeschlagene Einstellung des Bäderbetriebes in Fechingen und Dudweiler ist vom Tisch“, heißt es in einer Mitteilung der Fraktionsvorsitzenden Peter Bauer (SPD), Rolf Linsler (Linke) und Thomas Brück (Grüne). Auch das Kombibad in Altenkessel soll für alle Bürger offen bleiben, nicht nur für den Schulsport, wie von Britz und Latz gefordert.

Geschont wird auch die Verwaltung. Es sollen keine weiteren Stellen gestrichen werden. Längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, wie von der CDU vorgeschlagen, soll es nicht geben. Dem Vorschlag von Britz und Latz, die Gewerbe- und die Grundsteuer zu erhöhen, will Rot-Rot-Grün im Stadtrat zustimmen. Und die Koalition setzte gestern noch eins drauf: Hoteliers sollen in Saarbrücken künftig eine „Bettensteuer“ zahlen. Mit dieser Steuer wolle man einen Teil des Geldes, das die Hotels durch die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Übernachtungen durch die CDU/FDP-Mehrheit im Bund mehr in der Kasse haben, kassieren. Linken-Chef Rolf Linsler hatte bereits am Wochenende davon gesprochen, dass die Stadt so zwei Millionen Euro pro Jahr einnehmen könne. Mehr Geld fordert Rot-Rot-Grün vom Land. Der CDU-Kreisvorsitzende und Finanzminister Peter Jacoby solle dafür sorgen, dass Saarbrücken mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich bekomme. Ein Bäderkonzept solle erreichen, dass „der wirtschaftliche Betrieb der Bäder sichergestellt“ werden könne. Dazu gehöre neben einer Attraktivitätssteigerung auch die Überprüfung der Organisationsstrukturen. Im Hinblick auf die finanzielle Ausgangslage im Bäderbereich komme dem Bädermarketing eine besondere Bedeutung zu. Auch hier der Verweis auf die CDU: Sportdezernent Paul Borgard (CDU) habe es bisher nicht geschafft, „ein tragfähiges Bäderbetriebskonzept vorzulegen“. „Wir erwarten jetzt, dass er endlich liefert“, sagen Bauer, Linsler und Brück.

Verdi-Landesbezirksleiter Alfred Staudt lehnt die Forderung der Saarbrücker CDU ab, dass die städtischen Angestellten auch einen Sparbeitrag leisten sollen. Auf Bundesebene werde gerade versucht, im Rahmen der Schlichtung in der aktuellen Tarifrunde einen Arbeitskampf abzuwehren. Die CDU-Forderung könnte genau diesen Arbeitskampf heraufbeschwören. Das Ziel der Christdemokraten sei nur mit einem Ausstieg aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) und somit aus dem Flächentarifvertrag zu erreichen. Und dies würde einen Flächenbrand in der Bundesrepublik entfachen, meint Staudt. Die CDU versuche, die Bürger gegen die städtischen Beschäftigten aufzubringen. Fraktionschef Peter Strobel und der FDP-Kreisgeschäftsführer Rüdiger Linsler suggerierten, dass andere Sparmaßnahmen dann nicht notwendig wären. In den letzten 20 Jahren hätten die Beschäftigten der Landeshauptstadt bereits einen Abbau von über 1400 Arbeitsplätzen hingenommen. Mit der Forderung, nur noch jede fünfte frei werdende Stelle wiederzubesetzen, würden die Grenzen der Belastbarkeit und einer funktionierenden Verwaltung in Saarbrücken überschritten. Staudt schlägt vor, dass die Politiker, die dieses fordern, eine Woche als Müllwerker arbeiten sollten. Der Gewerkschafter betont, dass Verdi notfalls auch mit einem Streik Forderungen nach Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzungen bei der Stadt abwehren werde.  

Meinung
So ruiniert man eine Stadt
Von SZ-Redakteur Jörg Laskowski

Wie ruiniert man eine Stadt? Man muss dafür sorgen, dass es unerschwinglich wird, dort zu leben und ein Geschäft zu betreiben. Außerdem muss man die Leute davon abschrecken, in Immobilien zu investieren. Wichtigster Schritt dahin – wie jetzt in Saarbrücken geplant: Grund- und Gewerbesteuer hochpeitschen. Die Grundsteuer trifft alle, die in der Stadt Immobilien haben oder bewohnen – die Eigentümer wie die Mieter. Denn in fast allen Mietverträgen wird die Grundsteuer über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt. Die Gewerbesteuer trifft die kleinen Gewerbetreibenden, die ihre Steuern tatsächlich in der Stadt bezahlen. Gleichzeitig leiden sie unter der Grundsteuer. Denn selbst wenn sie ihren Laden nur gemietet haben, müssen sie die Grundsteuer ja über die Nebenkosten mitbezahlen. Was hilft noch beim Ruinieren? Abwasser und Stadtreinigung in Fußgängerzonen verteuern – wie in Saarbrücken geschehen – um rund 11 beziehungsweise 15 Prozent.


Front gegen Sparpläne wird stärker

Linke gegen Mehrarbeit – FDP gegen Bäderschließung und Steuererhöhungen
Vor allem in Dudweiler und Fechingen gehen die Bürger wegen der Bäderschließungen auf die Barrikaden. Aber auch in den Parteien wächst der Unmut gegen die Pläne der Stadtverwaltung.
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen  SZ 22.02.2010


Dass das städtische Personal fürs gleiche Geld mehr arbeiten soll, um die mit bald 750 Millionen Euro verschuldete Stadt zu entlasten, kommt nicht nur beim Personalrat der Stadtverwaltung nicht gut an. Kritik an dieser CDU-Fordeung gibt es auch von der Stadtratsfraktion der Linken. „Wenn es nach den Christdemokraten ginge, dann würden die Spar-Lasten einseitig von den städtischen Mitarbeitern getragen werden müssen“, sagt Linke-Chef Rolf Linsler. „Wenn der CDU-Fraktionschef Peter Strobel von den Mitarbeitern der Stadt ein Entgegenkommen verlangt, dann solle er auch sagen, was er genau erwartet. Soll der Müllwerker, der jeden Tag hart arbeitet und der nichts kann für die Haushaltsnotlage der Stadt, jetzt etwa auch noch 50 Euro abgeben?“, fragt Linsler.

Strobel hatte darauf verwiesen, dass der Stadtrat den rund 1700 Mitarbeitern garantiert hat, dass trotz immer größerer Finanzprobleme niemand gekündigt wird. Die Verwaltung solle im Gegenzug nun mit den Beschäftigten über ein Entgegenkommen von deren Seite reden.

Linsler ist der Ansicht, dass die CDU auf Landesebene „Geld verschwendet, nur um Parteifreunde mit Posten zu versorgen“. Und der CDU-Kreisvorsitzende Peter Jacoby sei ein Finanzminister, „der seine Stadt im Regen stehen lässt“. Statt beim städtischen Personal zu sparen, solle die Stadt bei den Hotels eine zusätzliche „Bettensteuer“ kassieren. Das bringe zwei Millionen Euro im Jahr in die Stadtkasse.

Die Saarbrücker FDP hat sich derweil am Wochenende gegen eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern sowie gegen die Schließung von Schwimmbädern ausgesprochen. Die Partei berate die Sparvorschläge von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) zwar erst am Mittwoch, sagte FDP-Kreisgeschäftsführer Rüdiger Linsler. Was Bäder und Steuern angehe, sei aber jetzt schon klar: „Diesen einfallslosen Kurs werden wir nicht mittragen.“

Der Protest gegen die Bäderschließungen ging gestern weiter. In Fechingen demonstrierten Nutzer des Kombibads für dessen Erhalt.


500 protestieren gegen Bad-Schließung

Das „Blau“ in St. Ingbert ist bei vielen Saarbrückern sehr beliebt CDU: Festhalle im Fechinger Bad ist für Vereine unverzichtbar Sie loben Schwimmbecken, günstige Preise und Sauberkeit – Die Anfahrt stört sie deshalb nicht Viele Bürger demonstrierten gestern am Kombibad Fechingen – Auch Fraktionen kämpfen für den Erhalt Der Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft fürchtet un die Existenz, wenn das Fechinger Bad geschlossen wird. Deshalb protestierten die Mitglieder mit vielen anderen gegen die Sparpläne der Stadtverwaltung. Viele Saarbrücker meiden die Hallenbäder in der Stadt und fahren lieber ins „Blau“ nach St. Ingbert. Die günstigen Eintrittspreise locken viele trotz der längeren Anfahrt, ergab eine SZ-Umfrage.

Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang, Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel  SZ 22.02.2010

Fechingen. Knapp 500 Freunde des Fechinger Schwimmbades kamen gestern zur Protestkundgebung. Zu der Demonstration hatte der Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aufgerufen. Lange vor dem offiziellen Teil der Kundgebung machten sie mit Transparenten „Rettet das Fechinger Schwimmbad“ und südafrikanischen Blasinstrumenten auf sich aufmerksam. Das geplante Eisschwimmen der DLRG-Mitglieder musste ausfallen. „Die Bäder-Betriebsgesellschaft (BBS) hat uns leider den Zutritt zum Freibad untersagt“, sagte der DLRG-Ortsverbandsvorsitzende Klaus Niederländer. Für die Aussperrung gab es selbstverständlich Pfiffe und Buh-Rufe. BBS-Prokurist Rainer Hück hatte der SZ bereits im Vorfeld den Grund genannt: Dem angekündigten Protest-Schwimmen habe die Gesellschaft wegen ihrer Treuepflicht der Stadt gegenüber nicht zustimmen können. Einer Rettungsübung im Eisgewässser hätte die BBS zugestimmt, dafür sei aber kein Antrag eingegangen. Zurück zur Kundgebung am Fechinger Bad: Niederländer erklärte noch einmal, wie wichtig das Hallen- und Freibad sowie die dazu gehörende Festhalle seien, die mindestens 14 Vereine nutzten. Sein 380 Mitglieder starker DLRG-Ortsverband müsse sich im Falle der Schwimmbadschließung wohl auflösen: „Weil uns dann die Basis für unsere Arbeit fehlt.“ Er appellierte an Bürgermeister Ralf Latz, seinen Sparvorschlag noch einmal zu überdenken. „Schließlich hat er noch auf seinen Wahlkampfplakaten für den Erhalt der Schwimmbäder geworben.“ Und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz schlug er vor: „Sie sollten diesen Sparvorschlag unter der Ablage P – das steht für Papierkorb – archivieren.“ Unterstützung für die Schließungsgegner kam gestern aus den Fraktionen in Stadt- und Bezirksrat. Peter Strobel, Chef der CDU-Stadtratsfraktion: „Wir haben zuletzt noch erstritten, dass unser Bad mit 1,9 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket modernisiert wird.“ Dieses Geld dürfe jetzt nicht verfallen oder anderen Projekten zufließen. Burkard Maurer, SPD-Bezirksrat: „Mit einer neuen Konzeption schaffen wir es, bis zu 300 000 Badegäste pro Jahr ins Fechinger Bad zu bekommen.“ Der SPD-Kreisverband habe mit dem Kreisvorsitzenden Horst Schmeer am Freitag beschlossen, eventuell „Wasserflächen zu optimieren“, aber keine Bäder zu schließen.

SPD-Stadtverordneter Günther Karcher: „Wir haben am Freitag auch einstimmig für den Erhalt dieses Bades gestimmt, wir fordern ein Bäderkonzept.“ Martin Kalkoffen, Linke, zum Sparvorschlag: „Die Verwaltungsvorlage glänzt durch Konzeptlosigkeit.“ St. Ingbert. Viele Saarbrücker baden in St.Ingbert. Das dortige Erlebnisbad „Blau“ zieht den Bädern der Landeshauptstadt viele Besucher ab, zumal es günstiger ist, als zum Beispiel das Saarbrücker Spaßbad Calypso. Wir haben in St.Ingbert die aus Saarbrücken kommenden Badegäste befragt.

Der 39-jährige Zahntechniker Frank Haßdenteufel fährt vor allem wegen der günstigen Preise gerne ins „Blau“ nach St. Ingbert. „Früher gab es noch das Saarbrücker Stadtbad. Weil das jedoch nicht mehr existiert und das ‚Blau' wesentlich günstiger ist, als das Calypso in Saarbrücken, nehme ich die Fahrt dahin gerne in Kauf. Außerdem ist das Personal in St. Ingbert freundlicher als das in Saarbrücken.“ Das von der Schließung bedrohte Fechinger Schwimmbad steuert Haßdenteufel gar nicht an, das Schwarzenbergbad sei kein Hallenbad und damit im Moment kein Thema.

Diese Meinung teilt auch die Bürokommunikationskauffrau Valerie Lang (29). „Im Calypso muss man für einige Aktivitäten extra bezahlen, das ist im ‚Blau' nicht so. Am besten gefällt mir persönlich das Sportbecken in St. Ingbert. Die Fahrt dorthin macht mir nichts aus. Ob ich von Saarbrücken-Rotenbühl zehn Minuten zum Calypso oder fünfzehn Minuten ins ‚Blau' fahre, macht für mich im Endeffekt keinen großen Unterschied.“ Die städtischen Bäder der Landeshauptstadt seien nicht attraktiv genug.

Ihrem Sohn Valentin Lang (10) gefällt es in St. Ingbert ebenfalls besser, als in einem Saarbrücker Schwimmbad. „Mir gefällt im ‚Blau' die Rutsche besonders gut. Außerdem finde ich das Personal hier freundlicher, in Saarbrücken sind die Bademeister irgendwie immer ein wenig mürrisch. Im Sommer gefällt es mir im ‚Blau' besonders gut, weil man dann auch rausschwimmen und zum Beispiel den Sprungturm nutzen kann.“

Auch der 46-jährige Gastronom Christophe Schille kommt gerne in das St. Ingberter Bad. „Hier ist es schöner und günstiger als zum Beispiel im Calypso, und im Sommer ist es genauso schön wie im Winter. Die Lage des Schwimmbades ist außerdem gut und die verschiedenen Aktivitäten und Becken sind so aufgeteilt, dass man die Kinder immer gut im Auge behalten kann.“ Die 42-jährige Sekretärin Gabi Berthold findet, dass das ‚Blau' vor allem bei der Sauberkeit punkten kann. „Der Schwimmbereich ist super sauber, und dazu ist es dort noch günstiger als in einem Saarbrücker Schwimmbad. Die Fahrt nach St. Ingbert stört mich jedoch nicht. Bis man sich in Saarbrücken durch Unmengen von Ampeln geschleust hat, ist man in der gleichen Zeit auch über die Autobahn in St. Ingbert angekommen.“  

Kinderfreundliches Bad
Dass es in St. Ingbert kinderfreundlicher zugeht, meint auch der Staatstheaterbeleuchter Markus Philipp (44). Den Kleinkinderbereich im Calypso mag er nicht. Philipp: „Es ist zum Beispiel sehr rutschig dort, was unter Umständen gefährlich werden kann. Im ‚Blau' ist das nicht so. Was die Preise angeht, sehe ich das Calypso außerdem eher als Bad der gehobenen Gesellschaft. Sogar mit dem Spritgeld eingerechnet komme ich im ‚Blau' immer noch günstiger davon.“ Die Kleinkinderbereiche der städtischen Hallenbäder in Saarbrücken gefallen Markus Philipp gar nicht.

Fechingen.
Eine Schließung des Fechinger Bades ist für den CDU-Bezirksverband Halberg inakzeptabel. Die CDU-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Anette Hübinger erklärt, das Bad werde von den Bürgern weit über den Stadtbezirk hinaus genutzt. Weitere Vorteile seien die idyllische Lage am Rande von Fechingen, das hervorragende Parkplatzangebot, die gute Erreichbarkeit mit Bus und Bahn. Das Bad sei wegen des Festsaales für die Fechinger Vereine eine überlebensnotwendige Kultur- und Versammlungsstätte. Hübinger: „Für die CDU Halberg ist der Erhalt des Vereinslebens wichtig. Denn nur so kann eine Identifizierung mit dem Wohnort erreicht werden.“ Die Lage des Bades im Naturschutzgebiet dürfte eine Vermarktung des Geländes unmöglich machen. Daher hat sich die CDU Halberg im vergangenen Frühjahr für eine Sanierung des Hallenbades über das vom Bundestag verabschiedete Konjunkturpaket II eingesetzt. Die damalige CDU/FDP-Koalition im Stadtrat habe hierfür 1,9 Millionen Euro bewilligt. Das ist der erste Schritt, dem weitere, insbesondere Konzepte zur Steigerung der Attraktivität, folgen müssten. al


Wo schwimmen Schüler künftig? Mit Flugblättern gegen drohende Bäderschließung

40 Dudweiler verfolgten die Bezirksratssitzung – Auch das Bürgerhaus steht auf der Kippe
Kritiker: Schwimmunterricht wäre nach dem Aus für das Fechinger Bad gefährdet. Die Front derer, die gegen die drohende Schließung des Fechinger Bades ist, formiert sich. Aus dem ganzen Stadtbezirk und den umliegenden Gemeinden kommt Unterstützung, heißt es.
Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang  SZ 20.02.2010

Der Widerstand gegen die von der Stadtverwaltung geplante Schließung des Fechinger Kombibades hat sich direkt aus den Reihen der Fechinger Ortsvereine und der das Fechinger Bad nutzenden Schwimmvereine gebildet. Mittlerweile kämpft aber nicht mehr nur Brebach-Fechingen allein, sondern der gesamte Stadtbezirk Halberg um den Erhalt seines einzigen Schwimmbades. Auch die umliegenden Gemeinden aus dem Mandelbachtal und Kleinblittersdorf, deren Bürger vielfach das Fechinger Bad nutzen, haben ihre Unterstützung zugesagt, sagt Jens Ammer, der sich als Sprecher der Bad-Befürworter sieht   Von den Schwimmern einmal abgesehen, würden insgesamt zwölf Vereine aus dem Bezirk Halberg und Saarbrücken-Stadt ihrer Trainingsstätten beraubt, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Fechinger Vereine und der Kulturvereinigung Fechingen, Fred Breit. Des Weiteren, so urteilt er, könnten 14 Schulen keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, da die Anfahrtszeit von zum Beispiel Ensheim nach Altenkessel viel zu lange wäre.  

Breit geht näher auf die Trainingsstättenproblematik ein: „Einzig die Halle und das Kombibad gaben in der Vergangenheit Vereinen die Möglichkeit, ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. So werden die Halle und der Gymnastikraum von fünf verschiedenen Gruppen des Turnvereins genutzt. Die Kulturvereinigung nutzt die Räumlichkeiten für ihre Tanzgruppe und den Chor. Dazu kommen die Fechinger Musikanten und verschiedene Tanzsportvereine und Gruppen.“ Da die Fechinger Grundschule und der katholische Kindergarten bereits geschlossen seien und auch die katholische Kirche noch dieses Jahr entweiht werden soll, fürchtet er: „Fechingen mutiert zu einer reinen Wohnstadt.“  

Auch die Kommunalpolitiker melden sich weiter zu Wort. Für die FDP im Bezirksrat Halberg sind, so heißt es, die Sparpläne „wieder einmal“ ein Beweis für die „Planungslosigkeit“ der Oberbürgermeisterin, denn durch den Wegfall der Bäder entstünden auch Mehrkosten durch längere Fahrzeiten der Grundschüler aus Ensheim, Bübingen/Güdingen und Bischmisheim nach Altenkessel, so Stadtratsmitglied Thomas Escher: „Wir Liberale befürchten jedoch, dass der Schwimmunterricht dann ganz gestrichen wird, da die Fahrzeit aus Ensheim nach Altenkessel in zwei Schulstunden nicht zu schaffen ist.“ Der Bischmisheimer Christdemokrat Gerd Voelker meint: „Jeder einzelne Stadtverordnete dieser Mehrheitsfraktionen muss in der Stadtratssitzung am 16. März Farbe vor den Bürgern im Halberg und in Dudweiler bekennen.“ Dann will auch die Widerstandsgruppe mit möglichst vielen Mitgliedern bei der öffentlichen Sitzung dabei sein. Der Ton in der Diskussion um die Einsparpläne der Saarbrücker Verwaltung für den Stadtbezirk Dudweiler wird rauer. In der Bezirkratssitzung machten alle Fraktionen ihrem Ärger darüber Luft. Jörg Sämann, SPD-Ratsmitglied und Bezirksbeigeordneter: „Die Verwaltungsspitze der Landeshauptstadt will den Stadtbezirk platt machen.“ Gerd Kiefer, FDP-Fraktionsvorsitzender, erklärte: „Das werden wir uns so nicht gefallen lassen.“ Zur Sitzung waren 40 Dudweiler gekommen. Die Bürger hatten ein Transparent aufgehängt: „Rettet unser Freibad“. Sie verteilten auch Flugblätter („Hände weg von Freibad und Bücherei!“).  

Bezirksbürgermeister Walter Rodermann (CDU) gab einen Einblick in die Pläne. So soll neben dem Freibad und dem Lehrschwimmbecken in der Albert-Schweitzer-Schule auch die Bücherei im Bürgerhaus geschlossen werden. Anstatt der Bücherei soll ein Kultur- und Lesetreff eingerichtet werden. Weiterhin soll die Fach- und Dienstaufsicht für den Bauhof sowie die Kindertagesstätten und den Hort bei der Bezirksverwaltung wegfallen. Diese Aufgaben sollen von Saarbrücken übernommen werden. Erstmals kam auch zur Sprache, dass die Verwaltung das Bürgerhaus loswerden will. Es soll von einem Dritten vermarktet werden. „In der Verwaltungsspitze in Saarbrücken sitzen nur Amateure“, schimpfte CDU-Fraktionschef Rainer Dorscheid. Gabriele Ungers, Linke: „Dudweiler ist am meisten von den Sparplänen betroffen.“ Jörg Sämann (SPD) bezeichnete die Schließungspläne der Bibliothek als „Unding“. Rodermann erinnerte daran, dass die Bücherei stets ein Ferienprogramm auf die Beine stellt. Gerd Kiefer fragte: „Was sollen unsere Kinder im Sommer machen, wenn das Freibad zu ist und es keine Aktionen mehr gibt?“ Sigrun Krack (Bündnis 90/Die Grünen) bezweifelte derweil das angegebene Einsparvolumen von rund 800 000 Euro in 2010.  


Wo schwimmen Schüler künftig?

Kritiker: Schwimmunterricht wäre nach dem Aus für das Fechinger Bad gefährdet. Die Front derer, die gegen die drohende Schließung des Fechinger Bades ist, formiert sich. Aus dem ganzen Stadtbezirk und den umliegenden Gemeinden kommt Unterstützung, heißt es.
Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang  SZ 20.02.2010

Fechingen. Der Widerstand gegen die von der Stadtverwaltung geplante Schließung des Fechinger Kombibades hat sich direkt aus den Reihen der Fechinger Ortsvereine und der das Fechinger Bad nutzenden Schwimmvereine gebildet. Mittlerweile kämpft aber nicht mehr nur Brebach-Fechingen allein, sondern der gesamte Stadtbezirk Halberg um den Erhalt seines einzigen Schwimmbades. Auch die umliegenden Gemeinden aus dem Mandelbachtal und Kleinblittersdorf, deren Bürger vielfach das Fechinger Bad nutzen, haben ihre Unterstützung zugesagt, sagt Jens Ammer, der sich als Sprecher der Bad-Befürworter sieht. Von den Schwimmern einmal abgesehen, würden insgesamt zwölf Vereine aus dem Bezirk Halberg und Saarbrücken-Stadt ihrer Trainingsstätten beraubt, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Fechinger Vereine und der Kulturvereinigung Fechingen, Fred Breit. Des Weiteren, so urteilt er, könnten 14 Schulen keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, da die Anfahrtszeit von zum Beispiel Ensheim nach Altenkessel viel zu lange wäre. Breit geht näher auf die Trainingsstättenproblematik ein: „Einzig die Halle und das Kombibad gaben in der Vergangenheit Vereinen die Möglichkeit, ihre Trainingseinheiten zu absolvieren. So werden die Halle und der Gymnastikraum von fünf verschiedenen Gruppen des Turnvereins genutzt. Die Kulturvereinigung nutzt die Räumlichkeiten für ihre Tanzgruppe und den Chor. Dazu kommen die Fechinger Musikanten und verschiedene Tanzsportvereine und Gruppen.“ Da die Fechinger Grundschule und der katholische Kindergarten bereits geschlossen seien und auch die katholische Kirche noch dieses Jahr entweiht werden soll, fürchtet er: „Fechingen mutiert zu einer reinen Wohnstadt.“

Auch die Kommunalpolitiker melden sich weiter zu Wort. Für die FDP im Bezirksrat Halberg sind, so heißt es, die Sparpläne „wieder einmal“ ein Beweis für die „Planungslosigkeit“ der Oberbürgermeisterin, denn durch den Wegfall der Bäder entstünden auch Mehrkosten durch längere Fahrzeiten der Grundschüler aus Ensheim, Bübingen/Güdingen und Bischmisheim nach Altenkessel, so Stadtratsmitglied Thomas Escher: „Wir Liberale befürchten jedoch, dass der Schwimmunterricht dann ganz gestrichen wird, da die Fahrzeit aus Ensheim nach Altenkessel in zwei Schulstunden nicht zu schaffen ist.“ Der Bischmisheimer Christdemokrat Gerd Voelker meint: „Jeder einzelne Stadtverordnete dieser Mehrheitsfraktionen muss in der Stadtratssitzung am 16. März Farbe vor den Bürgern im Halberg und in Dudweiler bekennen.“ Dann will auch die Widerstandsgruppe mit möglichst vielen Mitgliedern bei der öffentlichen Sitzung dabei sein. „Fechingen mutiert zu einer reinen Wohnstadt.“


Meinung
Wir müssen Bäder aufgeben
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen  SZ 20.02.2010
Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, Finanzdezernent Ralf Latz und die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit machen es uns Bürgern gerade ziemlich schwer. Nicht, weil sie Sparvorschläge machen, sondern wegen der Art und Weise, wie das geschieht. Die Sozialdemokraten Britz und Latz haben sich im Wahlkampf für ein „modernes und soziales Saarbrücken“ stark gemacht. Latz hat sich mit dem Satz: „Wir brauchen Schwimmbäder für alle statt Pools in den Gärten der Villen“ plakatieren lassen. Jetzt will er Bäder schließen, weil die Stadt handlungsfähig bleiben müsse. Als ob die Situation heute eine andere wäre als im Wahlkampf vor gut einem halben Jahr. Als die Koalition von SPD, Linken und Grünen im Stadtrat nach vielen Querelen stand, hat das Bündnis zuerst einmal drei Spitzenposten mit seinen Leuten besetzt – obwohl der Spargutachter geraten hat, zumindest zwei der Posten wegzusparen. Das führt dazu, dass viele Saarbrücker unseren Oberen im Rathaus, die offenbar erstmal ihre Schäfchen ins Trockene bringen, bevor sie die Bürger im Regen stehen lassen, soweit trauen, wie sie eine Kuh werfen können. ´Das macht die Spardiskussion nicht einfacher. Geführt werden muss sie trotzdem.

In einer Stadt, die zum Jahresende rund 700 Millionen Euro Schulden haben wird, kann nicht einfach alles so bleiben, wie es ist – auch nicht bei den Bädern. Auch wenn die Stadtverwaltung ihre Sparvorschläge begründen kann, davon, ein Konzept zu haben, ist sie weit entfernt. Dabei hat die Oberbürgermeisterin selbst vor einiger Zeit einen Vorschlag gemacht, der die Richtung weist: Die Städte und Gemeinden im Regionalverband sollten einen Zweckverband gründen, in den alle 18 kommunalen Schwimmbäder abgegeben werden. Dann sollte überprüft werden, wie viele dieser Bäder für rund 350 000 Einwohner wir uns leisten können. Zum Vergleich: München, eine relativ reiche Stadt, hat auch nicht mehr Bäder – für etwa dreimal so viele Einwohner. Oder ist es womöglich sinnvoll, neben dem Spaßbad im Deutschmühlental ein modernes, energieeffizientes Freibad zu bauen, als Ersatz für das Toto- und das Alsbachbad? Womöglich finanziert mit dem Verkauf des Totobadgrundstücks? Es könnte sich lohnen, darüber ohne Scheuklappen und ohne Hektik zu beraten.


Leserbriefe in der SZ zu geplanten Bäderschließungen

SZ 16.02.2010 Bäderschliessungen  
Das Sparmonster ist wieder da  
Zur Berichterstattung über die Bäderschließungspläne

Es ist wieder da, das Sparmonster. Damit war zu rechnen – rechtzeitig zur Fastenzeit erhebt die Stadtverwaltung mit einem Spar-Gutachten das Schwert gegen die Bäder. Bürger dieser Stadt, beteiligen Sie sich, wenn Sie baden gehen wollen; sonst sitzen Sie bald auf dem Trockenen. Der Förderverein Totobad kämpft um das größte und wohl auch attraktivste Freibad im Umkreis, aber auch um die anderen Bäderstandorte. Zu Wort melden müssen sich diejenigen, die die Bäderlandschaft erhalten wollen. Was trägt Ihrer Ansicht nach mehr zur Lebensqualität in Saarbrücken bei? Ein Tunnelprojekt, der Zoo oder Hallen- und Freibad oder eisernes Sparen und Schließen von allem, was nicht Pflichtaufgabe ist? Kaum ist das Thema Bäder auf dem Tisch, fliegen die politischen Fetzen. Die Antwort hängt vom Mehrheitswillen ab, und wer lauter schreit, bekommt womöglich Recht? Die Stadt wäre besser beraten, nicht nur über die Presse oder in der Bütt, sondern auf breiterer Basis die brisanten Themen zur Diskussion zu bringen – geplant, mit Fahrplan und mit klaren Fakten auf dem Tisch. Dann lassen sich politische Knallfrösche vermeiden. Der Förderverein steht zur Diskussion mit den Verantwortlichen zur Verfügung.
Ralph Schrickel, Saarbrücken    

Stadtmitte und neues Stadion sind unnötig
Zur Berichterstattung über den Schließungsplan für das Dudweiler Freibad 

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Britz, zu Ihrer Idee, unter anderem das Freibad in Dudweiler zu schließen, kann ich nur sagen: Entlassen Sie doch von den vielen städtischen Beamten mal einige, und schon werden Mittel frei, das Freibad in Dudweiler zu finanzieren. Sowohl das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ als auch ein angedachtes neues Fußballstadion für einen Regionalligisten sind so unnötig wie ein „Kropp“ und bei der miesen Kassenlage der Stadt, die ja bereits rekordverdächtig ist, einfach nicht realisierbar. Oder möchten sich einige „Stadtoberen“ hier wieder Denkmäler setzen?
Rudolf Harth, Dudweiler

Entscheidung gegen die Bürger
Zur Berichterstattung über die Schließungspläne für das Freibad Fechingen
Es gibt im Großraum Saarbrücken kein romantischeres Bad. Da wird ein „Biosphärenreservat Bliesgau“ mit riesigem Aufwand den Bürgern schmackhaft gemacht, und gleichzeitig nimmt man ihnen einen wichtigen Teil der Lebensqualität. Das ist eine Entscheidung gegen die Jugend, gegen die Bürger im Biosphärenreservat und Regionalverband. Getroffen von Politikern, die tun, als hätten sie nur das Wohl der Jugend im Auge. Die Politikverdrossenheit wird so immer größer. Und dann wird über die geringe Wahlbeteiligung gejammert. Wundert sich da noch jemand? In den 1950er/60er-Jahren, als sicherlich in den Gemeindekassen noch viel weniger Geld war, hat man das Bad gebaut und den Unterhalt ermöglicht. Und das soll jetzt nicht mehr gehen? Aber Stadtmitte am Fluss geht? Die Schließung überhaupt zu erwägen, ist schon unfassbar. Ist es einmal geschlossen, wird es nie wieder geöffnet.
Hansjürgen Heckel, Güdingen



Bad-Schließung erbost Schwimmer

Fechingen läuft Sturm für sein Schwimmbad
Vereine wollen für Kombibad Fechingen kämpfen – Altenkessel keine Alternative

Drei Schwimmvereine und die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft nutzen das Fechinger Bad. Sie machen mobil gegen die drohende Schließung. Das Bad sei unverzichtbar für Training und Wettkämpfe. In Fechingen machen Bürger, Vereine und Kommunalpolitiker aus fast allen Bezirksratsfraktionen mobil gegen die Schließung des Fechinger Hallenbades. Schon zur Fastnacht soll es erste Aktionen geben.

Von SZ-Redakteur Markus Saeftel, Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang Saarbrücken.    SZ 12.02.2010

Christel Weins, Leiterin der Abteilung Schwimmen des ATSV Saarbrücken, ist fassungslos, dass die Stadt das Kombibad in Fechingen schließen will (die SZ berichtete). „Das ist die einzige 25-Meter-Schwimmhalle, in der wir Wettkämpfe austragen können“, sagt Weins. Das Altenkesseler Hallenbad und das Erlebnisbad Calypso seien nicht „wettkampftauglich“. Das Dudobad in Dudweiler habe zwar eine 50-Meter-Bahn. Doch das Bad für Wettkämpfe zu reservieren, sei teurer als in Fechingen. Nach ihren Angaben nutzen außer dem ATSV auch der TV Fechingen, der TV Bischmisheim und zwei Ortsvereine der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) das Hallen- und Freibad – zum Beispiel für Kinder-Wettbewerbe und Vereinsmeisterschaften. Die Vereine haben sich am Mittwochabend zusammengesetzt und wollen jetzt gegen die Schließungspläne mobil machen und Unterschriften sammeln, sagte Weins gestern. Die Vereine seien enttäuscht, dass die Verwaltung nicht im Vorfeld mit ihnen über Kostensenkungen im Fechinger Bad geredet habe. Für Weins ist klar: „Hier wird ein gutes Konzept kaputtgemacht.“ Alle Trainingszeiten seien belegt, 300 Kinder auf das Kombibad angewiesen. Auch Schulen nutzten das Fechinger Bad.

Im Sommer sei das Freibad sehr beliebt, meint die Abteilungsleiterin des ATSV. Das Einzugsgebiet reiche bis ins Mandelbachtal. Deshalb kann sie nicht verstehen, dass die Gutachter zum Haushalt festgestellt haben, dass Saarbrücken zu viele Bäder habe. Weins ist auch Mitglied im Förderverein des Totobads. Die Stadt will in die beliebte Anlage am Schwarzenberg investieren, wenn das Fechinger Bad geschlossen wird. Das lehnt Weins ab. Die Stadt müsse eine eigene Lösung fürs Totobad unabhängig vom Kombibad Fechingen finden.

Können die Vereine nicht ins Altenkesseler Alsbachbad ausweichen, wie die Stadt vorschlägt? Das lehnten die Vereine ab, weil die Fahrt dorthin eine Stunde dauere, sagte Weins. „Berufstätige Eltern haben aber immer weniger Zeit, ihre Kinder zu fahren.“ Was ist mit dem Kleinblittersdorfer Bad? Dort sei die Miete viel höher als in Fechingen. Weins: „Die Vereine brauchen das Fechinger Bad.“ Deshalb ist für sie unverständlich, dass die rot-rot-grüne Koalition im Stadtrat zwei Dezernentenstellen wiederbesetzt hat. Hier sei eine Chance vertan worden, beim Sparen beispielhaft voranzugehen.

Fechingen. Schon wenige Stunden nachdem bekannt wurde, dass das Fechinger Kombibad ganz oben auf der städtischen Sparliste steht, hat sich im Stadtteil und im gesamten Bezirk Halberg der Widerstand organisiert. Bereits am kommenden Samstag, 13. Februar, soll ab elf Uhr bei einer Vorbesprechung erörtert werden, welche Protestaktionen für das beliebte Bad organisiert werden können. Eine erste Bürgerversammlung ist bereits für den letzten Mittwoch des Monats geplant: 24. Februar, 18.30 Uhr, im Schwimmbad. Schon jetzt liegen im gesamten Bezirk Halberg Unterschriftenlisten für den Erhalt des Kombibades aus. Nach dem christdemokratischen Bezirksbürgermeister Daniel Bollig meldet sich jetzt auch dessen Fechinger Parteikollege Heinz-Dieter Appel zu Wort. Es könne nicht sein, so der Fechinger CDU-Ortsverbandsvorsitzende, dass hier auf Kosten einer Region und der hier lebenden Bürger, insbesondere Kinder und Senioren, gespart werde. „Wir werden uns dagegen wehren, auch über den Bezirksrat“, kündigt er an. Auch Sozialdemokrat Burkard Maurer geht auf Konfrontationskurs mit seinem Genossen, dem Bürgermeister und Finanzdezernenten Ralf Latz. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion am Halberg fühlt sich überfahren, weil er im Wahlkampf noch vehement für den Erhalt des Fechinger Schwimmbades eingetreten war.

Maurer glaubt, dass ausgerechnet das Fechinger Bad geschlossen werden soll, weil im Bezirk Halberg anders als in den Bezirken West und Mitte, die CDU regiert. Er habe zwar Verständnis dafür, dass die Stadt Saarbrücken sparen müsse, doch er meint: „Diese Lasten müssten gerecht verteilt werden.“ Bezogen auf die Einwohnerzahl der Bezirke bedeute dies, dass in Dudweiler, Halberg und West jeweils rund drei Millionen zu sparen sind und im Bezirk Mitte zirka acht Millionen.“

Die Steuerzahler in den Außenbezirken hätten kein Interesse am „Millionengrab Stadtmitte am Fluss“ oder einem Zuschuss-Zoo.

Außerdem sei das Fechinger Kombibad das wirtschaftlichste aller Saarbrücker Bäder. Der oberste Grüne im Bezirk Halberg, Stephan Körner, kritisiert die „dilettantische Vorgehensweise“ von Britz und Latz. Die hätten ohne ein Bäder-Gesamtkonzept einfach einzelne Bäder herausgegriffen: „Die Gemeinde Kleinblittersdorf denkt bekanntlich ebenfalls über eine Schließung ihres Bades nach. Am Ende wird dann der Saarbrücker Osten vom Schwimmsport ganz abgehängt.“



Stadt steht zu Bäderschließung

SZ 20.02.2010
Bürgermeister Latz stellt sich am Mittwoch in Fechingen der Diskussion mit Bürgern

Die Arbeitsgemeinschaft der Fechinger Vereine hat für kommenden Mittwoch, 18.30 Uhr, zur Bürgerversammlung in die Festhalle im Schwimmbad eingeladen. Das geplante Protest-Eisschwimmen fällt aus. Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen Saarbrücken. Die Nerven liegen offenbar blank. Jeder traut jedem alles zu im heftigen Ringen um die Zukunft des Freibades in Dudweiler und des Kombibads in Fechingen. Die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken wolle das Protest-Eisschwimmen im Fechinger Bad verbieten und untersagen, dass am Mittwoch in der zum Bad gehörenden Festhalle eine Bürgerversammlung stattfindet, teilten Vereinsvertreter am Freitagvormittag mit.

Stadtpressesprecher Thomas Blug dementierte: Die Veranstaltung finde statt und Bürgermeister Ralf Latz (SPD) werde sich den Bürgern in Fechingen zur Diskussion stellen. Da hatte Peter Strobel, Vorsitzender der Fechinger Fußballer und Chef der CDU-Stadtratsfraktion, bereits einen zornigen Brief an die BBS-Geschäftsführung geschrieben und auf „das verfassungsmäßig begründete Recht auf freie Meinungsäußerung“ hingewiesen. Wer immer den Vereinen gesagt habe, die Halle dürfe nicht für eine solche Bürgerversammlung genutzt werden, „die Geschäftsführung der BBS“, sagt Blug, „hat nichts untersagt“. Jedenfalls nicht die Bürgerversammlung. Wohl aber das Eisschwimmen. Das sei „aus Sicherheitsgründen“ nicht machbar. Deshalb gibt es am Sonntag um 14.30 Uhr eine Protestveranstaltung vor dem Bad.

Bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 18.30 Uhr, werde Bürgermeister Ralf Latz noch einmal verdeutlichen, dass die Stadt das Bad nicht willkürlich schließen wolle. Dass das Bad auf der Sparliste steht, liege unter anderem daran, dass dort rund 7,5 Millionen Euro investiert werden müssten. Die Saarbrücker Bäderdebatte wird auch in den Umland-Kommunen aufmerksam verfolgt. Zum einen kommen die Besucher der Saarbrücker Bäder nicht nur aus der Landeshauptstadt. Zum anderen ist die Kassenlage der anderen Städte und Gemeinden ähnlich schlecht wie die Saarbrückens. Und fast alle Kommunen verfügen über Frei- und Hallenbäder. Jeweils acht Frei- und Hallenbäder sowie zwei Kombibäder gibt es in den zehn Kommunen des Regionalverbands.

Also 18 kommunale Bäder für etwa 350 000 Einwohner. Dazu kommt das Saarbrücker Erlebnisbad Calypso. Auch das St. Ingberter Erlebnisbad Blau wird von Schwimmern aus Saarbrücken genutzt. Eine solche Schwimmbaddichte gibt es selbst in wirtschaftlich stärkeren Regionen Deutschlands nicht. Bereits vor fünf Jahren haben daher der Bund der Steuerzahler und die Industrie- und Handelskammer Saarland (IHK) die Schließung von Bädern im Saarland gefordert. „Die Kommunen müssen einen beträchtlichen Teil der sanierungsbedürftigen Schwimmbäder schließen. Das würde Spielraum schaffen für eine höhere Auslastung der verbleibenden Bäder“, sagte Volker Giersch, Hauptgeschäftsführer der IHK im Saarland, damals. Seiner Meinung nach leide letztendlich die Wirtschaft unter der Bäderlandschaft im Land, da die Kommunen ihre Defizite auch durch hohe Gewerbesteuern auszugleichen versuchten.

Eine Erhöhung der Gewerbesteuer steht auch auf der Liste, die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und Finanzdezernent Ralf Latz zur Sanierung der Stadtfinanzen vorgelegt haben. Wobei Saarbrücken in den vergangenen Jahren bereits Bäder geopfert hat: Das Deutschmühlenbad wich dem Calypso, das Stadtbad St. Johann und das Hallenbad Gersweiler wurden geschlossen.

Es droht der Verlust des Badevergnügens

Zum Artikel „Saar-DLRG und Schwimm-Bund kämpfen gegen Bäder-Schließungen“ (SZ vom 11. Februar) Seit weit über 20 Jahren fahren wir zwei Mal pro Woche ins Fechinger Schwimmbad. Wir – mittlerweile Senioren – können in Ruhe unsere Bahnen ziehen, während nebenan die Jugendlichen als Rettungsschwimmer trainieren. In dieser Zeit haben schon Hunderte Kinder von Ehrenamtlichen der DLRG schwimmen gelernt. Mittlerweile kommen von diesen schon wieder Mütter mit ihren Kindern zum Schwimmunterricht. Und dies alles (und noch viel mehr) soll uns nun genommen werden. Muss denn immer nur die einfache Bevölkerung büßen für die illusionären Pläne der oberen Großkopferten? Im Fernsehen sehen wir des Öfteren die Luxusbäder in Ostdeutschland, während die Bäder bei uns vergammeln oder geschlossen werden. Wann wird endlich der Solidaritätszuschlag in den Westen gehen, damit auch bei uns wieder repariert und saniert werden kann – und es so schön aussieht wie im Osten.
Maria Frantz, Mandelbachtal



Lebensretter reagieren mit „Unverständnis und Schrecken“

Lehrschwimmbecken der Albert-Schweitzer-Schule in Dudweiler steht auch auf der Streichliste der Saarbrücker Stadtverwaltung

SZ 16.02.2010

Neben dem Dudweiler Freibad steht auch die einzige Schulschwimmhalle im Stadtbezirk auf der Abschussliste der Landeshauptstadt. Das empört nicht nur die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, sondern auch einen Sportlehrer, der unzähligen Grundschulkindern das Schwimmen beigebracht hat. Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann Dudweiler. Nicht nur das Dudweiler Freibad, sondern auch das Lehrschwimmbecken der Grundschule Albert Schweitzer im Süden des Stadtbezirks soll nach den Vorstellungen der Chefetage im Saarbrücker Rathaus geschlossen werden (SZ vom 9. und 10. Februar).

Sparen lautet die Devise, und so schreckt die Verwaltungsspitze auch vor höchst unpopulären Einschnitten nicht zurück. Ab dem Jahr 2011 verspricht sich die Stadt jährliche Einsparungen von rund 100 000 Euro, wie aus der entsprechenden Sparliste hervorgeht. „Mit Unverständnis und Schrecken“ hat die beiden Ankündigungen die Ortsgruppe Dudweiler der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vernommen: „Gerade die Tatsache, dass einem Lehrschwimmbecken anscheinend keinerlei Bedeutung beigemessen wird“, ist für Thomas Joachim, den Technischen Leiter der Ortsgruppe, nicht nachvollziehbar: „Allein die DLRG Dudweiler bringt jährlich über 100 Kindern in diesem Becken das Schwimmen bei. Aufgrund der enormen Nachfrage bilden wir bereits jede Woche in fünf Kursen Schwimmer aus und müssen dennoch Eltern immer wieder vertrösten, da unsere Kurse vollkommen ausgelastet sind.“ In einem anderen Becken wie zum Beispiel dem Nichtschwimmerbereich eines öffentlichen Hallenbades, so Thomas Joachim weiter, wäre eine solche Ausbildungsdichte weder zeitlich noch sicherheitstechnisch realisierbar: „Das würde unsere Kapazitäten mindestens halbieren.“

Überdies, so die DLRG-Ortsgruppe, wären bei Schließung des Lehrschwimmbeckens innovative Projekte wie beispielsweise die Aquajogginggruppe des Kindergartens Dietrich-Bonhoeffer-Haus trotz großer Begeisterung der teilnehmenden Kinder zum Scheitern verurteilt. Thomas Joachim: „Wassersicherheit wird nicht durch die Abschaffung von Wasserflächen gewährleistet, sondern nur durch fundierte Ausbildung.“

Einem, dem nachgerade das Herz blutet, wenn er die neuesten Schlagzeilen liest, ist Jürgen Crauser (Foto: Cordier). Der heute 74-Jährige war von 1965 bis 1998, also 33 Jahre lang, Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule, zuletzt war er der Leiter der Einrichtung. Der heutige Pensionär, der unter anderem das Fach Sport unterrichtete, erinnert sich, dass in Zeiten starker Jahrgänge jährlich 100 Kinder im ersten Schuljahr das Schwimmen in dem kleinen Hallenbad erlernten: „Kein Kind“, sagt Crauser, ,,hat die Schule verlassen, ohne schwimmen zu können.“ Und noch eine sehr bemerkenswerte Geschichte: „60 Prozent dieser Kinder, die in der Albert-Schweitzer-Schule Schwimmen lernten, wurden zu Rettungsschwimmern ausgebildet.“ Crauser durfte DLRG-Prüfungen abnehmen, weil er hierzu die Befähigung hatte. Im April 1961 wurde die Grundschule eingeweiht, und so lange existiert das Lehrschwimmbecken. In den 1980er-Jahren, sagt Jürgen Crauser, sei die Technik für viel Geld erneuert worden.

Im Keller wurde das überlaufende Wasser aufbereitet, wo es in früheren Jahren einfach nur ablief: „Somit verfügt das Becken über die gleiche Technik, wie sie das Dudweiler Freibad vorzuweisen hat.“ Crauser gibt auch zu bedenken, dass die Albert-Schweitzer-Schule „das Eldorado der DLRG“ sei. Kinder ab dem dritten Lebensjahr würden hier unterrichtet. Crauser betont auch, dass ihm Bezirksbürgermeister Walter Rodermann in der SZ aus dem Herzen gesprochen habe, indem er sagte, dass es in Dudweiler keine Kinder gebe, „die in der Karibik schwimmen lernen“.



Saar-DLRG und Schwimm-Bund kämpfen gegen Bäder-Schließungen in Saarbrücken

Der saarländische Landesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und der Saarländische Schwimm-Bund (SSB) haben gestern massiv gegen die Schwimmbad-Schließungpläne der Saarbrücker Stadtverwaltung protestiert.

SZ 11.02.2010

DLRG-Sprecher Oliver Zangerle teilte mit, er sei „fassungslos“, dass Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) das Kombibad in Fechingen, das Dudweiler Freibad und einige Schulschwimmbecken schließen wolle. Daher gehe auch Britz' Ankündigung ins Leere, dass Kinder bis zwölf Jahre kostenlos im Totobad schwimmen sollen: „Dazu müssten sie das Schwimmen ja erst einmal gelernt haben“, klagte Zangerle. Die Stadt werbe mit dem Satz „Saarbrücken ist eine Stadt für Kinder“. Daher sollte es selbstverständlich sein, dass die Stadt ihren Kindern das Schwimmen ermögliche, so Zangerle. Auch SSB-Präsident Bernd Coen erwartet große Probleme für kleine Kinder, künftig in Saarbrücken Schwimmen zu lernen. „Die Schließungen wären fatal. Vor allem wundert es mich sehr, dass ausgerechnet das Kombibad sterben soll, wo in anderen Kommunen gerade auf Kombibäder gesetzt wird“, sagte Coen der Saarbrücker Zeitung. Der SSB-Präsident kündigte scharfe Proteste mit der DLRG an, mit der man sich nach der Fastnachtswoche treffen wolle. „Die gesamte Bevölkerung ist von den Schließungen betroffen“, betonte Coen.  

Der Saarbrücker Bürgermeister Ralf Latz (SPD) sagte der SZ, dass er sich in Kürze mit Coen treffen werde. Man wolle das Hallenbad in Altenkessel künftig ausschließlich für Vereine und Schulen reservieren. Im Fechinger Kombibad gebe es kurzfristig einen Sanierungsbedarf von 1,9 Millionen, mittelfristig von sechs Millionen Euro. Darum stehe es auf der Streichliste.

Streit um Bäder-Sparliste der Stadt -- Treffpunkt für die Jugend fällt weg

SZ-Umfrage: Bürger sind dagegen, Schwimmbäder in der Stadt aufzugeben Verwaltung will Fechinger Kombibad schließen – Bezirksbürgermeister dagegen

Das Sparpaket der Verwaltungsspitze sorgt für Aufregung. Die Opposition im Stadtrat lehnt die Schließung von zwei Bädern und Steuererhöhungen ab. Rot-Rot-Grün will die Vorschläge zunächst in den Parteien beraten. Wenn zwei Schwimmbäder schließen, wird das Gedränge in den anderen Anlagen noch größer. Das befürchten Bürger, wenn die Stadtverwaltung ihre Sparpläne umsetzt. Ein Bad in der Nähe ist ihnen wichtig.

Von SZ-Redakteur Markus Saeftel Saarbrücken SZ 10.02.2010

Das Kombibad in Fechingen darf nicht geschlossen werden. Dafür hat sich gestern Daniel Bollig (CDU), Bürgermeister im Bezirk Halberg, stark gemacht. Das Hallen- und Freibad mache soviel Verlust im ganzen Jahr wie das Totobad auf dem Schwarzenberg nur im Sommer. Damit reagiert Bollig auf die Sparliste der Verwaltung, die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Montag den Fraktionen präsentierte (die SZ berichtete). Sie schlägt unter anderem vor, das Kombibad Fechingen und das Freibad Dudweiler zu schließen sowie das Totobad attraktiver zu machen. 16,5 Millionen Euro sollen so ab 2013 jährlich im Haushalt gespart werden.

Bollig griff Finanzdezernent Ralf Latz (SPD) an, der im Wahlkampf noch gesagt habe, es werde kein Bad in Saarbrücken geschlossen: „Latz macht eine Rolle rückwärts.“ Der wies die Kritik prompt zurück: „Die Handlungsfähigkeit der Stadt muss gewährleistet sein.“ 

Die Opposition im Stadtrat übte scharfe Kritik an den Sparplänen. Die Liste sei „unsozial und familienfeindlich“, kritisierte CDU-Fraktionschef Peter Strobel. Die CDU werde nicht hinnehmen, dass die Verwaltung das Kombibad in Fechingen schließen will, an der Verwaltungsspitze aber nicht spare. Eine Gewerbesteuererhöhung bedeute Abwanderung und Arbeitslosigkeit.  

Rüdiger Linsler, stellvertretender FDP-Fraktionschef, lehnt die „Zerschlagung“ der Bäder ab. Ein Bäderkonzept habe die Stadt bis heute nicht vorgelegt. Eine Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuer sei mit den Liberalen nicht zu machen. Die FDP werde bis zur Sitzung der Fraktionschefs mit der Verwaltungsspitze am 1. März Sparvorschläge machen.

Diesen Arbeitskreis boykottiert die CDU, nachdem trotz eines Spargutachtens der Kölner Wirtschaftsprüfer Rödl&Partner zwei Dezernentenstellen wiederbesetzt wurden. Grundlage für die Sparliste ist dieses Gutachten. Darin stehe unter anderem, dass Saarbrücken zu viele Wasserflächen habe, sagte Latz. Dass jetzt das Kombibad geopfert werden soll, liege an den hohen Investitionen, die mittelfristig rund acht Millionen Euro betragen würden. Übrig blieben das Hallenbad Dudweiler, das Toto- und Alsbachbad, das Erlebnisbad Calypso und die vier Schulschwimmhallen Kirchberg, Folsterhöhe, Bischmisheim und Rastbachtal. Das Alsbachbad in Altenkessel werde für Vereine und Schulen reserviert, ergänzte Pressesprecher Thomas Blug.

Die Freien Wähler kritisieren, dass die Verwaltung die Bürger belaste, beim Personal aber nicht spare. Fraktionschef Bernd Richter: „Der Verzicht auf eine Dezernentenstelle würde den Zuschussbedarf für das Freibad Dudweiler locker decken.“ Blug wies daraufhin, dass durch die Nichtbesetzung freier Stellen und Altersteilzeit 2013 ein Millionenbetrag gespart werden könnte. Ob die rot-rot-grüne Koalition die Sparliste im März im Stadtrat absegnet, ist derzeit offen. SPD und Grüne wollen erstmal in den Fraktionen darüber diskutieren.

Linke-Fraktionschef Rolf Linsler macht sich für eine Bettensteuer nach dem Vorbild Kölns stark. Die Saarbrücker Hoteliers sollten von der 12-Prozent-Steuersenkung der Bundesregierung fünf Prozent an die Stadt abgeben. Dann könne vielleicht auf andere Sparmaßnahmen verzichtet werden. Linsler machte deutlich: „Wir wollen die Stadt nicht kaputtsparen.“

Saarbrücken. Was halten die Bürger von den geplanten Schwimmbad-Schließungen? Die 35-jährige Sabine Heimrich meint: „Wenn es in Zukunft weniger Bäder gibt, wird es in denen, die noch übrig bleiben, mehr Andrang geben. Wenn man sich dann wie in einer Sardinenbüchse fühlen muss, macht das Schwimmen nicht mehr viel Spaß. Gerade mit einem kleinen Kind ist es schwierig, das richtige Schwimmbad zu finden. Sollten Bäder geschlossen werden, wird es wohl noch schwieriger werden.“ Der Rentner Klaus Müller (69) lehnt die geplanten Sparmaßnahmen der Verwaltungsspitze ebenfalls ab. „Ich finde es schlecht, dass ausgerechnet an Schwimmbädern gespart wird. Für Großprojekte, wie zum Beispiel die Stadtmitte am Fluss, wird das Geld geradezu rausgeworfen. Schade, dass für die Schwimmbäder unterm Strich nichts mehr übrig bleibt.“ Auch Hermine Auler (90) findet es schade, dass die Schwimmer unter den Sparplänen leiden sollen. „In meinem Alter gehe ich zwar nicht mehr schwimmen, aber für die Kinder und Jugendlichen würde es mir sehr Leid tun, wenn in der näheren Umgebung Schwimmbäder geschlossen werden. Man könnte auch an anderer Stelle sparen.“ Frederic Becker (15) ist der Meinung, dass es gerade für die Jugend schlecht ist, wenn die Stadt zwei Schwimmbäder schließt. Im Freibad treffe man immer viele Freunde. Dieser Treffpunkt falle dann weg. Er befürchtet ebenfalls einen großen Andrang auf die übrig gebliebenen Bäder. Katharina Funk (16) sieht das genauso. „Was soll man als Jugendlicher im Sommer sonst machen, außer ins Schwimmbad zu gehen? Ich verstehe nicht, warum man Pläne für ein großes Stadion macht, aber die Schwimmbäder einsparen will. Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Fußballfan ist, aber ich kenne kaum jemanden, der nicht gerne ins Schwimmbad geht.“


SZ-Umfrage Was halten Sie von den Sparvorschlägen? Stimmen Sie im Internet ab! Die SZ fragt: Sind Sie für die Schließung von Saarbrücker Schwimmbädern, um die Schulden der Stadt in den Griff zu bekommen?“ Die Abstimmung läuft im Internet unter www.saarbruecker-zeitung/umfragen. Das Ergebnis veröffentlichen wir am Samstag. red

Freibäder sind der Hit

Saarbrücker Zeitung 22. Juli 2009

Doch wer gewinnt das Rennen? – Totobad oder Calypso

„Zeitung macht Schule“ heißt das Projekt der Saarbrücker Zeitung, bei dem Schüler alles über die Entstehung einer Zeitung erfahren. Sie verfassen dabei auch selbst Artikel, die dann in der SZ erscheinen. Heute geht's um ein echtes Sommerthema: Welches Schwimmbad ist das beste?

Saarbrücken. Das Schwimmbad. Ein Ort, der vom Alltag ablenkt, an dem man Spaß haben kann und sich entspannen und erholen kann. Denn da viele nicht verreisen, könnte das Schwimmbad als Ersatz für den Urlaub dienen. Laut einer Umfrage von Schülern der Jahrgangsstufe acht des Rotenbühlgymnasiums gehen 86 Prozent der Befragten gerne ins Schwimmbad, sind aber dieses Jahr noch nie oder erst einmal im Freibad gewesen.

Das hängt womöglich mit dem Wetter und den Temperaturen zusammen. Der direkte Vergleich zwischen dem Kultbad Totobad, das dieses Jahr 50 geworden ist, und dem Spaßbad Calypso zeigt, dass die Mehrheit (70 Prozent) lieber das Totobad als das Calypso besucht. Ähnlich sieht es bei dem Vergleich zwischen Frei- und Hallenbad aus. 76 Prozent der Befragten bevorzugen das Freibad vor dem Hallenbad.

Da das Totobad dieses Jahr 50 geworden ist, werden viele Besucher erwartet. Das Freizeitbad ist nicht mehr wegzudenken, es ist ein kulturell wichtiges Erbe, das sogar schon Schließungsplänen getrotzt hat. Und laut Förderverein und dessen Internetseite wird das Totobad dauerhaft erhalten bleiben. Der gleichen Meinung sind auch unsere Befragten.
Yannick Franz, Joshua Mörchen, Gymnasium am Rotenbühl


Stadträte fürchten Calypso-Verluste

Saarbrücker Zeitung 24. Juli 2009
CDU: Stadt muss Spaßbad-Zukunft planen – Andere Parteien wollen „Zahlen“ sehen
Ab 2012 soll die städtische Firma BBS das Spaßbad Calypso betreiben – meint die Stadtverwaltung und will das dem Stadtrat vorschlagen. So jedenfalls kündigte Sportdezernent Paul Borgard an. Nicht alle Ratsfraktionen sind von der Idee begeistert.
Von SZ-Redakteur  Jörg Laskowski
Heftiges Echo erntet Sportdezernent Paul Borgard, CDU, für seine Ankündigung, die Stadtverwaltung werde dem Stadtrat vorschlagen, das Spaßbad Calypso ab 2012 von der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) bewirtschaften zu lassen.
Für die Freien Wähler reagierte Bernd Richter: „Bevor wir über die Zukunft des Calypso entscheiden, wollen wir ein Bäderkonzept und Zahlen. Aber nicht wegen der Betriebskostenzuschüsse. Wir gehen davon aus, dass BBS und ein privater Betreiber etwa dieselben Zuschüsse brauchen. Nein, unsere Frage ist: Wobei macht die Stadt die geringsten Verluste, beim Betrieb oder bei der Schließung. Wir wollen nachrechnen, ob es nicht sinnvoller ist, das Calypso gleich ganz dichtzumachen, bevor wir beim Betrieb des Calypso so viel verlieren, dass es danach allen anderen Bädern an den Kragen geht. Denn wir glauben, das Totobad entspricht eher den finanziellen Möglichkeiten der Durchschnittsbürger.“
SPD-Fraktionschef Ralf Latz ist nicht prinzipiell dagegen, alle Saarbrücker Bäder in die Regie einer zentralen Instanz zu übertragen. Er fragt sich allerdings, ob das unbedingt die BBS sein muss. Latz mahnt: „Bereits beim Management der städtischen Bäder gibt es gravierende Mängel.“ Die BBS betreibe „keinerlei Marketing“ und habe kein „Veranstaltungskonzept“. Latz kritisiert, dass „der Katastrophendezernent“ Borgard zwar seit Jahren ein Bäderkonzept ankündige, aber noch immer nicht vorgelegt habe.
Daher werde die SPD in der nächsten Stadtratssitzung beantragen, dass die Verwaltung dieses Konzept endlich ausarbeitet. Denn bevor der Rat über die Zukunft des Calypso entscheidet, verlangt Latz „ein tragfähiges Zahlenwerk“.

Calypso gegen Totobad

Schließlich wolle die SPD alle kommunalen Bäder sichern. Latz: „Ein Spielchen – Calypso gegen Totobad – ist mit uns nicht zu machen.“
Ähnlich sieht es die FDP-Fraktion. Auch sie beklagt, Borgard sei der Stadt seit vier Jahren ein Bäderkonzept schuldig. Die FDP-Stadtverordnete Ana Isabel Klumpp fordert „Zahlen“, die „einen Überblick über die Bäderlandschaft“ liefern. Klumpp attestiert Borgard, er nehme „grob fahrlässig voraussichtliche Verluste“ in Kauf, wenn er dem Stadtrat empfiehlt, das Calypso an die BBS zu verpachten.
Daraus, so meint Klumpp, könnte man auch schließen, dass Borgard das Totobad dichtmachen will, sobald die BBS das Calypso hat. Falls das Borgards Plan sei, müsse er mit dem Widerstand der FDP rechnen. Klumpp: „Wir machen keine Spielchen mit, die das Totobad gefährden.“
Die CDU verteidigt ihren Dezernenten. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sascha Zehner erklärt, es sei „völlig abwegig“ zu glauben, Borgard wolle mit der Übernahme des Calypso durch die BBS „heimlich“ die „Schließung des Totobades erreichen“.
Borgard habe auch nichts „übereilt“, sondern sich lediglich „rechtzeitig Gedanken darüber gemacht, wie man mit dem Calypso nach dem Ende des Pachtvertrages mit der S&S Spaßbad GmbH“ umgehen soll. Zehner versichert außerdem, das von SPD und FDP angemahnte Bäderkonzept liege „schon seit vier Jahren“ vor. Das Calypso, so meint Zehner, sei kein Verlustgeschäft, sondern „ein Gewinnbringer für den Betreiber“. Zehner: „Sonst hätte der wohl kein Interesse daran gezeigt, es auch weiterhin zu bewirtschaften.“

Gute Idee von Borgard

Zehner glaubt: „Der Vorschlag von Paul Borgard ist mit Sicherheit eine gute und überlegenswerte Idee.“ Im Übrigen stehe die Entscheidung über den künftigen Calypso-Betreiber erst 2010 an.
Auch die Grünen, so sagt die Stadtverordnete Karin Burkart, wollen endlich ein „Bäderkonzept“ sehen. Einer Übernahme des Calypso durch die BBS würden sie nur zustimmen, wenn die Calypso-Einnahmen reichen, um „Instandhaltung, Unterhaltung und Betrieb“ zu bezahlen.

Stadt will Erlebnisbad Calypso übernehmen

Saarbrücker Zeitung 16. Juli 2009

Diskussion über die Zukunft der Bäder im SZ-Ältestenrat

Wenn der Pachtvertrag mit der S&S Spaßbad GmbH ausläuft, soll die Bäderbetriebsgesellschaft das Erlebnisbad Calypso betreiben. Dafür hat sich Sportdezernent Paul Borgard (CDU) ausgesprochen.
Von SZ-Redakteur  Markus Saeftel
Saarbrücken. Das Erlebnisbad Calypso ist seit seinem Bau umstritten. Auch im SZ-Ältestenrat prallten die unterschiedlichen Meinungen aufeinander. Während Sportdezernent Paul Borgard erklärte, das Spaßbad sei unverzichtbar, meinte Norbert Kugler, Präsident des Südwestdeutschen Schwimmverbandes: „Ich kann mir eine Bäderlandschaft ohne Calypso gut vorstellen.“ Die Preise könnten sich ärmere Familien nicht leisten. Außerdem müssten die Bürger bei der Finanzierung zweimal bluten: Einmal über die jährlichen Zuschüsse der Stadt an die S&S Spaßbad GmbH – und über die Parkgebühren, kritisierte Kugler. Denn die Stadt habe die Parkhäuser an Q-Park verpachtet, um das Erlebnisbad bauen zu können. Schließlich befürchtet Kugler, Schwimmer könnten sich im 25-Meter-Becken verletzen, weil der Beckenrand unter der Wasseroberfläche sei.
Borgard kündigte an, die Verwaltung werde dem Stadtrat vorschlagen, das Bad nach dem Ende des Pachtvertrages mit der S&S Ende 2010 wieder in Eigenregie zu übernehmen. Der Rat müsse darüber entscheiden. „Das Calypso wird von den Bürgern gut angenommen. Das ist eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt“, meinte der CDU-Politiker. Rund 400 000 Wasserratten kamen 2008 ins Calypso, teilte gestern die Geschäftsführung mit. Borgard wies im Ältestenrat den Vorwurf zurück, die Stadt werfe dem Calypso-Betreiber Millionen in den Rachen. Die Pacht fließe „in fast gleicher Höhe“ zurück. „Das ist ein Nullsummenspiel“, meinte Borgard. Die Sicherheitsbedenken im Schwimmerbecken wies er zurück. Das Bad werde jährlich von einem Experten begutachtet.
Der Dezernent gab im SZ-Ältestenrat eine Bestandsgarantie für alle Frei- und Hallenbäder ab. Die sieben Schulschwimmhallen seien ebenfalls wichtig, damit die Kinder schwimmen lernen, meinte Borgard. Auf der anderen Seite müsse die Stadt „die Kosten auf den Prüfstand stellen“. Sitzungsleiter Manfred König hakte nach: „Bleibt das Totobad also erhalten?“ Borgard: „Klar.“ Trotzdem sparte Uwe Heinzel, Vorsitzender des Fördervereins Totobad, nicht mit Kritik: „Das Bad wird von der Stadt stiefmütterlich behandelt. Es wird keine Werbung mehr gemacht. Wir haben den Verdacht: Die Stadt will nichts mehr investieren. Das Bad ist so auf Dauer nicht lebensfähig.“ Heinzel regte zum Beispiel an, mit Fernwärme die Wassertemperatur in dem Bad besser zu regulieren.
Damit die Badegäste bequemer auf den Schwarzenberg kommen, sollten die Busse bis zum Eingang hochfahren. Eine Dachkonstruktion würde außerdem helfen, dass das Totobad schon früher im Jahr geöffnet werden könnte. Das kostet viel Geld, weiß auch Heinzel. Für Borgard ist klar, dass zurzeit außer kleineren Verschönerungsmaßnahmen und Investitionen in moderne Technik nicht mehr drin ist. Um die Wassertemperatur besser zu regeln, könne die Stadt Erdwärme nutzen, meinte Borgard. Rund 76 000 Besucher strömten 2008 ins Totobad, insgesamt waren es in den städtischen Bädern rund 485 000 Besucher.
(BILDUnterschrift) Uwe Heinzel, Vorsitzender des Fördervereins Totobad, Norbert Kugler, Präsident des Südwestdeutschen Schwimmverbandes, Manfred König und Dezernent Paul Borgard (von links) diskutierten im SZ-Ältestenrat.

Drei Tage Geburtstagsparty „50 Jahre Totobad“

Saarbrücker Zeitung
Bäderbetriebsgesellschaft und Förderverein haben zum Jubiläum ein buntes Programm organisiert.
Saarbrücken. Drei feuchtfröhliche Tage und Abende lang soll sie dauern, die Geburtstagsparty „50 Jahre Totobad“. Folgende Attraktionen hat die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) bereits gebucht. Am Freitagnachmittag, 12. Juni, geht's los – natürlich mit Reden. Als Ehrengäste erwartet die BBS Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und den Sportdezernenten Paul Borgard. Es folgt eine Art literarischer Stapellauf: Jutta Schmidt präsentiert ihr Buch „Vom Beckenrand“ – darin Texte und Fotos über eine Ausstellung, die im April 2008 im Totobad für Aufsehen sorgte. Damals zeigte Schmidt dort Installationen, die sie für ihre Diplomarbeit an der Saarbrücker Hochschule der Bildenden Künste entwickelt hatte.

Am Freitagabend soll eine riesige Pool-Party steigen – organisiert von der Agentur „H2o Fun & Action“ aus Neckarwestheim. Die will unter anderem einen knapp fünf Meter hohen „Eisberg“, auf dem man herumklettern kann, im Totobad zu Wasser lassen, eine Go-Cart-Strecke aufbauen und virtuelle Wettkämpfe veranstalten. Am Samstag, 13. Juni, ist ein Familientag geplant. Die Saarbrücker Agentur „Freizeit-Engel“ soll dafür sorgen, dass vor allem die jüngsten Badegäste bei ausgefallenen Spielen auf ihre Kosten kommen. Abends folgt wieder eine Pool-Party, diesmal in Regie der BBS mit „Nachtschwimmen“ und Lichtshow im Mehrzweckbecken. Parallel dazu will der Förderverein ein Open-Air-Konzert auf die Beine stellen.

Der Sonntag, 14. Juni, beginnt als Familientag mit den „Freizeit-Engeln“. Am Nachmittag zeigt das Puppentheater Dieter Kussani die Stücke „Kasper räumt die Umwelt auf“ und „Wasser ist unser Leben“. Außerdem gibt's einen Zauber-Workshop der Agentur „Sala-Entertainment“. Die zeigt den kleinen Badegästen unter anderem, wie man mit Bällen oder Tellern jongliert und auf dem Einrad fährt. Der Sonntagabend schließt mit „Aqua-Kino“. Mehrere Filme stehen zur Auswahl, und das Publikum bestimmt, was über die Leinwand flimmern soll. Am Freitag bezahlen die Gäste die üblichen Eintrittspreise, am Samstag ab 15 Uhr gilt der Feierabend-Tarif, 1,50 Euro pro Person, am Sonntag ist pro Person nur noch ein Euro fällig. fitz

Weitere Aktivitäten
-Bewegungs-Spielgeräte, Ausleihe von JANUS Buch und SPIEL am Sonntag
-Hüpfburg für Kinder (bis ca. 10 Jahre) am Samstag

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2009 die Saison ist da!

seit 20. Mai ist das Totobad von 9 bis 20 Uhr geöffnet.


Heiß geliebtes Geschenk: Das Totobad wird 50 Jahre alt

1959 galt es als städtebauliche Meisterleistung – Seine Schöpfer erhielten den Deutschen Architekturpreis
SZ vom 13.05.2009
Als die Großstadt Saarbrücken 50 wurde – 1959 – schenkte Saartoto ihr ein architektonisches Meisterstück, das bundesweit Beachtung fand, weil seine Schöpfer, Albert Dietz und Bernhard Grothe, dafür den Deutschen Architekturpreis bekamen: das Schwarzenbergbad, im Volksmund Totobad. Schon bald gehörte es für viele Saarbrücker zum unverzichtbaren „Inventar“ ihrer Heimatstadt. Tausende lernten dort schwimmen, Zigtausende kühlten sich ab oder badeten in der Sonne.

Wie sehr die Saarbrücker an ihrem Totobad hängen, zeigte sich 2005. Damals rollte eine Wutwelle über die Stadtverwaltung hinweg, weil durchgesickert war, dass sie daran dachte, das Bad zu schließen, um den maroden Haushalt zu entlasten. Rund 17 000 Bürger protestierten mit ihrer Unterschrift. Der Totobad-Förderverein formierte sich. Und kurz darauf überraschten Politiker aller Parteien mit flammenden Bekenntnissen zum Totobad.

Im März 2006 stieß die SZ auf eine – nicht unterschriebene – Kopie jenes Vertrages, der 1957 den Bau des Bades möglich machte. Danach durfte Saartoto auf dem städtischen Schwarzenberg ein Freibad bauen, um es der Stadt zu schenken, und die versprach: „Das Bad soll dauernd erhalten bleiben.“ Bei der Einweihung am 30. Mai 1959 gab's daran wohl keinen Zweifel.

Zwar regnete es „Bindfäden“ (die SZ berichtete), trotzdem fluteten die Promis – alle mit Hut, Schirm und Regenmantel – ins Bad; mit dabei: der spätere Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Hermann Neuberger, Ministerpräsident Franz-Josef Röder, Bauminister Ludwig Schnur, Innenminister Kurt Conrad, Landtagsvizepräsident Paul Simonis, Totochef Mathias Iven, Ministerialdirigent Leo Lorscheider, Oberbürgermeister Fritz Schuster und, und, und. Alle wollten dabei sein – Lorscheider versicherte, das Bad solle für alle Zeiten der Gesundheit der Bevölkerung dienen. Schuster antwortete: „Glückliches Saarbrücken, das eine solche Anlage besitzt.“ Um dieses Bad zu bekommen, würde er notfalls in voller Montur vom Drei-Meter-Brett springen. fitz

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Drei Tage Geburtstagsparty "50 Jahre Totobad"

Bäderbetriebsgesellschaft und Förderverein haben ein buntes Programm organisiert
Saarbrücken. Drei feuchtfröhliche Tage und Abende lang soll sie dauern, die Geburtstagsparty „50 Jahre Totobad“. Folgende Attraktionen hat die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) bereits gebucht.
Am Freitagnachmittag, 12. Juni, geht's los – natürlich mit Reden. Als Ehrengäste erwartet die BBS Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und den Sportdezernenten Paul Borgard. Es folgt eine Art literarischer Stapellauf: Jutta Schmidt präsentiert ihr Buch „Vom Beckenrand“ – darin Texte und Fotos über eine Ausstellung, die im April 2008 im Totobad für Aufsehen sorgte. Damals zeigte Schmidt dort Installationen, die sie für ihre Diplomarbeit an der Saarbrücker Hochschule der Bildenden Künste entwickelt hatte.
Am Freitagabend soll eine riesige Pool-Party steigen – organisiert von der Agentur „H2o Fun & Action“ aus Neckarwestheim. Die will unter anderem einen knapp fünf Meter hohen „Eisberg“, auf dem man herumklettern kann, im Totobad zu Wasser lassen, eine Go-Cart-Strecke aufbauen und virtuelle Wettkämpfe veranstalten.
Am Samstag, 13. Juni, ist ein Familientag geplant. Die Saarbrücker Agentur „Freizeit-Engel“ soll dafür sorgen, dass vor allem die jüngsten Badegäste bei ausgefallenen Spielen auf ihre Kosten kommen. Abends folgt wieder eine Pool-Party, diesmal in Regie der BBS mit „Nachtschwimmen“ und Lichtshow im Mehrzweckbecken. Parallel dazu will der Förderverein ein Open-Air-Konzert auf die Beine stellen.
Der Sonntag, 14. Juni, beginnt als Familientag mit den „Freizeit-Engeln“. Am Nachmittag zeigt das Puppentheater Dieter Kussani die Stücke „Kasper räumt die Umwelt auf“ und „Wasser ist unser Leben“. Außerdem gibt's einen Zauber-Workshop der Agentur „Sala-Entertainment“. Die zeigt den kleinen Badegästen unter anderem, wie man mit Bällen oder Tellern jongliert und auf dem Einrad fährt.
Der Sonntagabend schließt mit „Aqua-Kino“. Mehrere Filme stehen zur Auswahl, und das Publikum bestimmt, was über die Leinwand flimmern soll.
Am Freitag bezahlen die Gäste die üblichen Eintrittspreise, am Samstag ab 15 Uhr gilt der Feierabend-Tarif, 1,50 Euro pro Person, am Sonntag ist pro Person nur noch ein Euro fällig. fitz


2009 Heftige Kritik an Bäder-Öffnungszeiten

Saarbrücker Bürgerinitiative beklagt: „Badezeiten ein Witz"
Saarbrücker Zeitung 17.04.2009

Saarbrücken. Kritik an der Saarbrücker Bäder- und Betriebsgesellschaft (BBS): Die Öffnungszeiten zu Ostern (die Saarbrücker Zeitung berichtete) sind angeblich nicht ausreichend gewesen. Natascha Bingenheimer, Sprecherin der Bürgerinitiative „Saarbrücken macht mobil“: „Die Ankündigung, über die Osterfeiertage jeweils ein Bad zwischen acht und 13 Uhr zu öffnen, war ein Witz!“ Diese Badezeiten würden dem Bedarf einer Großstadt nicht gerecht. Die Sprecherin der linksparteinahen Initiative: „Hinzu kommt, dass über die Feiertage herrlichstes Wetter war und in anderen Städten bereits Freibäder geöffnet haben.“ Bingenheimer weiter: „Wettervorhersagen haben die hohen Temperaturen angekündigt, haben die Verantwortlichen keinen Zugang dazu?“
Die BBS verteidigt ihr Vorgehen. Prokurist Rainer Hück: „Wir haben unheimlich viel Vorlauf, bis wir die Freibadsaison eröffnen können.“ Die Vorarbeiten für die Saison könnten erst beginnen, wenn ganz sicher kein Frost mehr zu erwarten sei, also Ende März, Anfang April. Darüber hinaus könne das Saison-Personal nicht von heute auf morgen zur Arbeit gerufen werden. Die Öffnung der Bäder zu Ostern sei außerdem eine absolute Neuerung gewesen: Bisher waren die an diesen Feiertagen immer zu. aw

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2009 Stadtrat: Alle Bäder bleiben erhalten



voll cool hier, Leute :-)

Saarbrücken investiert 3,7 Millionen Euro in Schwimmbäder
19,5 Millionen Euro bekommt Saarbrücken aus dem Konjunkturpaket von Bund und Land. Der größte Teil soll in Schulen investiert werden. Auch die Schwimmbäder werden dadurch abgesichert.
Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen  Saarbrücker Zeitung vom 02.04.2009

Saarbrücken. Die Saarbrücker müssen sich keine Sorgen machen, dass eines ihrer Schwimmbäder geschlossen wird. Dieses Signal sendeten die Stadtratsfraktionen am Dienstagabend. 19,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes hat die Landesregierung für Saarbrücken freigegeben. Davon sollen einige Millionen auch in die Schwimmbäder fließen.

1,91 Millionen Euro sollen in die so genannte energetische Sanierung des Fechinger Bades fließen. Das heißt: Das Bad soll so saniert werden, dass künftig Energiekosten gespart werden können. Auch das Dudo-Bad (1,19 Millionen Euro) und das Altenkesseler Bad (600 000 Euro) sollen so saniert werden.

Dass das Totobad nicht auf der Konjunkturprogrammliste steht, liege daran, dass es dort eben keine Halle gibt, deren Fenster man erneuern kann, erklärte Sportdezernent Paul Borgard.Außerdem sei das Totobad bereits in den 90er Jahren „umfangreich saniert“ worden, erklärte Ulrike Bandel-Dieudonné, die Leiterin des Gebäudemanagementbetriebs der Stadt (GMS). GMS stelle darüber hinaus die „Dauerhaftigkeit des Bades“ sicher.

Investiert wird allerdings nicht nur in Bäder, sondern auch in Bildungseinrichtungen. Über eine halbe Million Euro gibt die Stadt mit Hilfe des Landes aus, um in jeder Grundschule einen Raum für die Schulbuchausleihe herzurichten. Geld gibt es auch für den Ausbau der freiwilligen Ganztagsschulen am Rotenberg (350 700 Euro) und Herrensohr (439 400 Euro). Knapp eine Million Euro wird in die Grundschule Weyersberg investiert, 900 000 Euro für neue Fenster und die Fassadensanierung der Grundschule Rastpfuhl.

Grundschul-Baumaßnahmen für rund 17 Millionen Euro stehen auf der Liste. Sie werden vermutlich nicht alle verwirklicht, weil der Rat auch noch eine Liste mit „sonstigen Infrastrukturmaßnahmen“ abgesegnet hat. Da steht auf der von CDU und FDP durchgesetzten Prioritätenliste die Sporthalle Ensheim ganz oben. Für Heizung und Anbau sollen gut eine halbe Million Euro ausgegeben werden.

Den Vorstoß der SPD-Stadtratsfraktion, behindertengerechte Zugänge für die ehemaligen Rathäuser in Altenkessel und Klarenthal zu schaffen, lehnte die CDU/FDP-Ratsmehrheit ab. Die SPD kritisierte die Investition ins Fechinger Bad. Fürs Bad sei im regulären Investitionsplan eh schon Geld vorgesehen, das ganze Geld könne innerhalb von zwei Jahren überhaupt nicht verbaut werden. Das dürfte kein Problem sein, entgegenete der Sportdezernent.

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2009 Welche Zukunftsperspektive hat das Totobad wirklich ?

OFFENER BRIEF
Sehr geehrte Damen und Herren der Saarbrücker Verwaltung und Politik

Mit großer Freude nimmt der Vorstand des Fördervereins Totobad zur Kenntnis, was die Vorsitzende der CDU Eschberg und Stadtverordnete, Frau Edith Eckert, im „S´Blädche für Eschberg, Heidenkopferdell, Rotenbühl“ Nr. 213 / 38 / 2008 geäußert hat:

…„Es gibt immer wieder Gerüchte über einen Verkauf der Totobadwiesen. Das ist Unsinn. 
…Wir als CDU Eschberg stehen für die Erhaltung des Bades.“

Genau dieses Ziel verfolgt auch der Förderverein Totobad seit 2005, als erstmals die Gerüchte von einer Veräußerung des Totobades bekannt wurden. Deshalb stellen wir im Interesse der Saarbrücker Bürger folgende Fragen:

1) Wie interpretiert die Stadt den Gestattungsvertrag zwischen der Totogesellschaft und der Stadt Saarbrücken von 1959?
2) Warum werden im Totobad keine strukturellen Investitionen getätigt?
3) Warum wurde bis heute kein Bäderkonzept unter fachlicher Beteiligung der Vereine erstellt?
4) Steht das Calypsobad etwa der mittel- und langfristigen Erhaltung des Totobades im Wege?
5) Warum wird keine Werbung für das Totobad gemacht?
6) Warum wird das Totobad nicht unter Denkmalschutz gestellt?
7) Welche Zukunftsperspektive hat das Totobad wirklich?

Der Förderverein ist jederzeit für eine sachliche Diskussion und fachliche Mitarbeit zur Erhaltung des Totobades bereit.
Mit freundlichen Grüßen
Förderverein Totobad Saarbrücken e.V.    Uwe Heinzel

___________________________
Hierzu erreichte uns die Antwort der SPD-Stadtratsfraktion, die sich für den Erhalt des Totobades ausspricht.
___________________________
Reaktion in der Presse
--> Saarbrücker Zeitung vom 25. November 2008.

hier auszugsweise die Eckpunkte:
Geheimes Bad-Geschäft unmöglich  -  „Solange das Angebot bezahlbar ist“
SPD und Grüne rückhaltlos für Totobad, CDU mit Vorbehalt

Sportdezernent Paul Borgard beruhigt die besorgten Freunde des Totobades
...Ein geheimes Geschäft mit dem Bad ist unmöglich – und wäre politisch unklug.
...Wer politischen Selbstmord begehen will, der soll das Totobad schließen!

Interpretation des Gestattungsvertrages
„Rechtsdezernat und Liegenschaftsamt sagen übereinstimmend: Die Stadt kann das Gelände nutzen, wie sie will. Aber wenn dort etwas anderes als das Freibad hinsoll, muss ein neuer Bebauungsplan her. Und das geht nur in öffentlicher Stadtratssitzung.“ Geheim-Geschäfte mit dem Totobad-Gelände seien also unmöglich.


Calypso-Bad Freibecken
„Das Deutschmühlental verbindet Frankreich und die Autobahn A 620. Es wäre ja wohl ein Treppenwitz, an einer stark befahrenen Straße ein Freibad zu bauen.“

Denkmalschutz
„Wenn das Bad unter Denkmalschutz käme, müsste jede Reparatur den Ansprüchen des Denkmalschutzes gerecht werden, und das würde extrem teuer.“

Investitionen
Seit 1996 habe die Stadt rund 6 Millionen Euro für die Totobad-Technik – beispielsweise die Wasseraufbereitung – locker gemacht.

Werbung
Aber für Werbung sei beim besten Willen kein Geld da.

Bäderkonzept
Ein Bäderkonzept habe die Stadt seit 2003, abgesegnet vom Aufsichtsrat der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft. Borgard: „Dieses Konzept trägt bis 2010. Danach wird es unter anderem darum gehen, mit den Kommunen im Umland einen Bäder-Verbund zu gründen.“

CDU-Eschberg
„Bevor jemand so ein Gelände kauft, will er sicher sein, dass er es auch verwerten kann. Aber dafür muss der Bebauungsplan geändert werden – und zwar in öffentlicher Stadtratssitzung.

Ralf Latz, Chef der SPD-Stadtratsfraktion
im Rat „mehrfach den dauerhaften Erhalt“ des Bades gefordert.
„Ein entsprechender Antrag wurde bereits vor zwei Jahren von der CDU/FDP-Koalition abgelehnt.“ 2008 habe die SPD erneut Investitionen und ein Marketingkonzept fürs Totobad beantragt. „Beides wurde von CDU und FDP ohne Begründung abgelehnt.“ Weiter bemängelt Latz, dass Saarbrücken nach wie vor kein „Bäderkonzept“ habe.

Dasselbe beklagen die Grünen. Sie wünschen sich, dass in diesem Konzept auch geklärt wird, wie die Stadt „Rücklagen für Reparaturen oder Investitionen“ bilden kann. Das Totobad wollen die Grünen auf jeden Fall „erhalten“ – allerdings würden sie es gern zum Solarbad umbauen.

Die CDU-Fraktion erklärt, sie werde sich dafür „einsetzen“, dass „es das Totobad gibt, solange das Angebot bezahlbar ist“. Gleichzeitig weist die CDU darauf hin, dass 2009 „auf Antrag von CDU und FDP 45.000 Euro zur Neugestaltung der Eingänge“ des Totobades „zur Verfügung stehen“. fitz


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2008 Es ist Zeit, zu verändern

Saarbrücker Zeitung 10.09.2008
Eine merkwürdige Tonlage mischt sich in die Debatten um die Zukunft der Stadt. Es ist ein bedenkliches Murmeln, ein fast resignativer Zungenschlag, als kehre sich der programmatische Satz von der öffentlichen Armut und dem privaten Reichtum in der Konsequenz gegen sich selber, als dürfe sich eine Stadt, in der es auch Armut gibt, nicht herausputzen und große Pläne haben. Privaten Reichtum gibt es in der Tat auch im Saarland, in den Städten, in den Gemeinden, und es gibt Armut. Die Verteilung der Einkommen und der Vermögen wird auch in unserer Stadt von vielen mit guten Gründen als ungerecht empfunden.

Dennoch: Mit dem Satz von der öffentlichen Armut und dem privaten Reichtum wurde bisher die Notwendigkeit begründet, die öffentlichen Aufgaben und den öffentlichen Raum zu stärken, Geld dort zu investieren, wo es der Allgemeinheit zugute kommt. Da sind an erster Stelle Kindergärten und Schulen zu nennen, aber auch der kulturelle, der sportliche und der Freizeitbereich gehören untrennbar dazu. Lebensqualität garantieren zudem die Baukultur, wohnliche Plätze, attraktive Straßen und moderne öffentliche Einrichtungen.

Wie war denn der Lebensstandard, als unsere Eltern und Großeltern Saarbrücken aus den Trümmern neu aufbauten, als die Saarmesse entstand, das Ludwigsparkstadion gebaut wurde, das Totobad, der Deutsch-Französische Garten und vieles mehr. Die Saarlandhalle war lange Jahre die anspruchvollste und erfolgreichste Halle im Südwesten. Aber das ist bereits lange her, deshalb ist es Zeit, neu zu planen und zu verändern.


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2008 Von Metz können wir hier viel lernen

Auszug aus SZ-Interview mit Ralf Latz, Franktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Saarbrücker Stadrat, SZ vom 6.8.2008 
Wann waren Sie letztmals in einem Saarbrücker Freibad und in welchem? Was haben Sie genossen, was hat Sie gestört?
Latz: Ich war im letzten Sommer im Totobad. Ich finde es erfrischend, wenn Jung und Alt miteinander die Freizeit verbringen. Bislang konnte man sich leider nicht immer auf die Öffnungszeiten verlassen, aber das hat sich in diesem Jahr offensichtlich wesentlich verbessert. Es könnte den Saarbrücker Freibädern auch nicht schaden, wenn sie attraktiver gestaltet werden. Dieser Punkt muss im neuen Bäderkonzept berücksichtigt werden.
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2008 Besucherzahlen der Freibäder steigen

55273 Badegäste mehr als im Sommer 2006
<h4> Die Freibadsaison 2008 ist seit Mittwoch Geschichte. Die Besucherzahl bedeutet zwar eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel, liegt aber auch deutlich unter den Zahlen von 2006. </h4>
Von SZ-Redaktionsmitglied Stefan Regel   Saarbrücker Zeitung 05.09.2008
Saarbrücken. Seit diesem Mittwoch ist die Freibadsaison in Saarbrücken beendet. Am Sonntag hatten das Schwarzenbergbad und das Freibad in Dudweiler ihren letzten Tag in diesem Sommer. Und am Mittwochabend nun schlossen auch das Bad in Fechingen sowie das Altenkesseler Alsbachbad ihre Tore für dieses Jahr.
Ins Totobad kamen in diesem Sommer mit 76.016 Gästen die meisten Wasserfreunde. 57.524 Badende kamen nach Fechingen, 47.900 wurden in Dudweiler gezählt. Und im Freiluftteil des Kombibades Altenkessel waren 40.397 Badegäste. Insgesamt kamen bis einschließlich Sonntag 221837 Besucher in die Saarbrücker Freibäder. Das sind 55.273 mehr als noch im vergangenen Jahr. Keine Überraschung, ging 2007 doch als besonders verregneter Sommer in die Geschichte ein.
„Wenn man die Umstände betrachtet, bin ich mit den Zahlen zufrieden“, erklärt Rainer Hück, Prokurist der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS). Von einem richtig guten Jahr könne man aber auch erst bei rund 300.000 Besuchern wie 2006 sprechen, sagt Hück. „Wie schon im letzten Jahr hat auch in diesem Sommer die Nachhaltigkeit gefehlt. Das bedeutet, dass es nicht ein paar Tage am Stück heiß war. Diese Vorlaufzeit braucht es, damit die Leute Lust aufs Freibad bekommen. Dann waren die Ersten zum Beispiel schon schwimmen und haben es weitererzählt.“
Wie sich aber noch fast jeder erinnert, folgte zwei schönen Tagen in diesem Sommer meist wieder ein Tag mit schlechterem Wetter oder sogar Regen. „In unserer Branche macht es halt das Wetter, bei Superwetter braucht es eigentlich keine Werbung“, ist sich Hück im Klaren. Um heuer wieder mehr Leute in die Freibäder zu locken, stellte die BBS ein intensives Ferienprogramm auf die Beine. „Wir haben eine Wasserolympiade gemacht, Freiluftkino, Puppentheater, Mitmachzirkus, Vereinsprogramme“, zählt Hück auf. Und er ergänzt: „Außerdem waren wir früh dran, haben schon am 3. Mai geöffnet, da ist uns das schöne Wetter im Mai entgegengekommen.“
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2008 Saisonabschluß nach einem kalten Sommer

Der Förderverein veranstaltete dem Abschluß der Saison am 30. August 2008 ab 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen (je 1 EUR). Zeit sollte sein für einen Rückblick auf die Badesaison und Austausch von Ideen für die Zukunft des Bades.
Die Ergebnisse veröffentlichen wir demnächst an dieser Stelle...

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2008 Lippenbekenntnisse zum Totobad

Zum Artikel „Alle wollen in die Bäder investieren“ – SZ vom 19./20. Juli
In gebetsmühlenartiger Wiederholung wird von den Parteien im Stadtrat der Investitionswille in den Bädern der Stadt Saarbrücken bekundet. Im Beispiel Totobad sind das alles Lippenbekenntnisse ohne konkrete Ansatzpunkte. Seit zwei Jahren fordert der Förderverein Totobad über dem Kinder-Plantschbecken ein Sonnensegel, damit die Kleinen und ihre Mütter nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Für die Behinderten und älteren Menschen eine Ein- und Ausstiegstreppe am Sportbecken. Abriss oder Sanierung des ehemaligen Heizungsgebäudes an der Stirnseite des Sportbeckens für Umkleide und Toiletten. Bevor über eine weitere Solaranlage, wie von den Grünen gefordert, nachgedacht wird, finde ich, dass über den Anschluss der Fernwärme nachgedacht wird, denn diese steht im Sommer zu Hauf zur Verfügung. Ich befürchte, dass über die bereits lang anstehenden Investitionen so lange nachgedacht wird, bis das Geld für die übertriebene „Stadt am Fluss“-Maßnahme verplant ist und für die 50-Jahr-Feier 2009 Totobad nur noch ein tränendes Auge übrig bleibt.
Helmut Schimpf, Saarbrücken

2008 Alle wollen in die Bäder investieren

Die Saarbrücker Zeitung vom 19.07.2008 fragte die Parteien im Stadtrat nach ihren Plänen für Saarbrückens Freibäder
Sommerferien - Freibadzeit. Anlass für Saarbrücker Wasserratten sich zu fragen: Wie geht es weiter mit den Freibädern? Werden sich die Parteien nach der Wahl 2009 noch an ihre Versprechen von 2005 erinnern? Damals hieß es: Das Totobad bleibt. Die SZ hakte schon mal nach.

Saarbrücken. Kein einziges Bad schließen - möchte die SPD. Sie befürchtet allerdings, dass die CDU-FDP-Stadtratsmehrheit anders denkt und "den Bestand der Bäder lediglich bis 2009 sicherstellen" wird. Außerdem hat die SPD bemerkt, dass, "in den Bädern der Landeshauptstadt teilweise erheblicher Sanierungsbedarf besteht". Schuld daran sei die Koalition und das von ihr verursachte "Chaos um die Haushaltsberatungen".

Stefan Schade, SPD-Vertreter im Aufsichtsrat der Bäderbetriebsgesellschaft(BBS), erläutert: "Der Haushalt konnte erst Ende Juni beschlossen werden. Solange die Genehmigung nicht vorliegt, können neue Maßnahmen nicht begonnen werden."

"Bäder erhalten"

Anders als die SPD befürchtet, versichert die CDU, es sei ihr "Ziel, die städtischen Bäder als Stätten der Freizeitgestaltung, des Sports und der Gesundheitsvorsorge sowie der Förderung von Jugend, Familien und Senioren zu erhalten und weiterzuentwickeln".
Den "Sanierungsstau" jedoch - so versichert CDU-Fraktionschef Peter Strobel - habe nicht die CDU-FDP zu verantworten. Den habe vielmehr die SPD hinterlassen - doch die CDU-FDP habe ihn "aufgelöst" und gleichzeitig dafür gesorgt, "dass keine Bäder geschlossen wurden - trotz jährlicher Kosten von rund 6 Millionen Euro".

Strobel versichert die CDU wolle weiterhin, "dezentral in allen Stadtbezirken Frei- bzw. Kombi-Bäder vorhalten, damit jeder Saarbrücker ein Bad in seiner Umgebung aufsuchen kann". Wenn die laufenden Arbeiten im Dudweiler Hallenbad und im Fechinger Freibad abgeschlossen sind, kündigt Strobel "ab 2010 weitere Sanierungen" an.

Bei den bisherigen Umbauten sei es vor allem um die "Erneuerung veralteter Technik" gegangen. Srobel: "Die Anlagen, die uns die Vorgänger hinterlassen hatten, konnten nicht mehr für eine einwandfreie und den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Qualität des Badewassers garantieren."

Diese Art Sanierung werde "im Interesse aller Badegäste" auch künftig "oberste Priorität" behalten. Parallel dazu will die CDU "die vorhandenen Angebote im Sport- und Fun-Bereich, wie z.B. Beachvolleyball, Aquajogging oder Wasserball" ausbauen. Strobel denkt an "Kooperationen mit Vereinen oder Hochschulen" und an "interkommunale Zusammenarbeit". Das Calypso will die CDU "in die weitere Entwicklung der Saarbrücker Bäderlandschaft" einbeziehen.

Umbau zum Solarbad

FDP-"Fraktionschefin Karin Nehl versichert, es "ist abenteuerlich und entbehrt jeder Grundlage", wenn man aus dem Sanierungsstau schließt, dass die Stadtratsparteien ab 2009 Bäder schließen wollen. Die Grünen verlangen erneut, dass "die Stadtverwaltung ein Bäderkonzept vorlegt". Das solle klären, "wie man die Bäder attraktiver machen kann und Rücklagen für Reparaturen oder Investitionen bilden". Die Grünen-Stadträtin Karin Burkart kündigt an: "Wir werden aufgrund der Beschwerden von Bürgern in Bezug auf die Bäder im nächsten Sportausschuss erneut nachfragen."
Für das Totobad fordern die Grünen "ein langfristiges Nutzungskonzept mit ökologischen Komponenten". Der Fraktionsvorsitzende Thomas Brück: "Wir können uns einen Umbau in ein Solar-Freibad vorstellen. Wenn man bedenkt, dass Energie 30 Prozent der Gesamtkosten bei Bädern ausmacht, dann lässt sich hier kräftig Geld sparen und damit das Freibad dauerhaft sichern."

Falls das gelingt, möchten die Grünen "über die Eintrittspreise nachdenken und Partnerschaften mit Verkehrsbetrieben eingehen". Brück: " Das Totobad könnte ein Modell für die attraktive Umwandlung von kommunalen Schwimmbädern in Deutschland werden." fitz



2008 Saison startete am 3. Mai



Wunderbar einladendes Ambiente

Dieses Jahr hat es mit einem frühen Öffnungstermin geklappt. Das Totobad öffnete bei strahlendem Wetter am 03.05.2008 seine Pforten. Gegen Ende des ersten Tages konnten 180 Besucher gezählt werden.
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2008 Saisonbeginn Pressemitteilung

Saarbrücken. Frohe Botschaft für Wasserratten und Liegewiesen-Fans: An diesem Samstag, 3. Mai, will die Bäderbetriebsgesellschaft (BBS) alle vier Saarbrücker Freibäder öffnen – das Totobad sowie die Bäder in Dudweiler, Fechingen und Altenkessel – und damit die Saison 2008 einläuten.
Die soll neue Akzente setzen, obwohl alle Preise in allen vier Bädern unverändert bleiben. BBS hat sich im Winter mancherlei überlegt, um diesen Sommer mehr Saarbrücker in die Becken und auf die Liegewiesen zu locken; Motto: Im Freibad geht man nicht nur baden.
BBS kündigt an: „Die Bäder bieten Erholung für die ganze Familie. In diesem Jahr werden sie zu Veranstaltungsorten der besonderen Art.“ BBS werde „Highlights“ setzen, „die Groß und Klein in Erinnerung bleiben“.
Im Juni – während in Österreich und der Schweiz die Fußball-Europameisterschaft läuft – plant BBS im Totobad eine zweitägige „Fun&Action Poolparty“ mit „spannenden Spielen, Sport- und Spaßwettbewerben“. Dazu gehört ein zweitägiges Human-Soccer-Turnier (deutsch: ein Tischfußball-Turnier mit Menschen als Spielerfiguren).
Dabei, so erläutert BBS, „werden die Teilnehmer an einer Stange, ähnlich wie Figuren an einem Soccer-Tisch, festgebunden und müssen versuchen, so viele Tore wie möglich zu erzielen“.
Außerdem will BBS in den Bädern „Themenpartys“ feiern und „eine Fülle von Veranstaltungen“ für „die kleinen Gäste“ organisieren: „Kasper wird die Kleinen in Sachen Umwelt- und Wasserschutz aufklären. Zudem wird es an einigen Tagen einen Zauber- und Mitmachzirkus geben, bei dem die Kinder lernen, wie man jongliert, Einrad fährt oder Ballons modelliert.“
Auch Saarbrücker Vereine dürfen die Bäder für Veranstaltungen nutzen – beispielsweise für „Tauchkurse, Fußball-Schulen, Beach-Volleyball-Turniere“ und Ähnliches. Seit dem Ende der Saison 2007 haben BBS und das Gebäudemanagement Saarbrücken (GMS) in Altenkessel Liegewiese und Spielplatz saniert sowie neue Filter zur Wasseraufbereitung installiert. In Dudweiler wurden Umkleideräume und Duschen saniert, in Fechingen die Leitungen und Filter. Im Totobad blieb alles beim Alten. Das erläuterte BBS-Prokurist Rainer Hück am Freitag auf SZ-Anfrage.
BBS hofft 2008 auf besseres Wetter als 2007, denn normalerweise kommen laut Hück jedes Jahr etwa 300000 Besucher in die Saarbrücker Bäder, 2006 waren es sogar 311 889 – doch 2007 drückte das miese Wetter die Besucherzahl auf 165030. fitz
Zur Einstimmung auf die neue Freibadsaison macht die Gesellschaft eine Ausstellung zum Thema Freibad. Sie steht unter dem Motto „vom Beckenrand“ und zeigt künstlerische Foto- und Videoarbeiten, die sich mit Erinnerungen und Erlebnissen im Freibad, mit dessen besonderer Architektur sowie mit Bademoden und dem Badeerlebnis selbst beschäftigen. Als Ort wurden bewusst Räume im Schwarzenbergbad (Totobad) gewählt, mit dem viele Saarbrücker Erinnerungen und Erlebnisse aus ihrer Kindheit und ihrer Jugend verbinden. red. Die Arbeiten werden vom 25. April bis zum 30. April täglich von 14 Uhr bis 18 Uhr im Schwarzenbergbad gezeigt.

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2008 Diskussion um die Bäder beginnt schon im April

Endlich liegen Zahlen auf dem Tisch.
Jörg Laskowski (Saarbrücker Zeitung) bescheinigt der Stadt: "Rechnen schwach". Im SZ-Artikel vom 18. April 2008 zieht er Bilanz zum Calypso. Auszug aus seinem Kommentar, der das Totobad betrifft

[...] Gleichzeitig meint die Stadtverwaltung, es sei juristisch unproblematisch, das Totobad zu verscherbeln. Obwohl das Bad ein Geschenk von Saartoto war, verbunden mit der schriftlich fixierten Auflage: „Das Bad soll erhalten bleiben.“ Das Totobad war also eine zweckgebundene Spende, und als die Stadt sie annahm, akzeptierte sie die Bedingung. Aber die Stadt glaubt wohl: Wo kein Kläger, da kein Richter. Zur Begründung weint die Stadt seit Jahren über ihr mühselig errechnetes „Totobad-Defizit“. Denn die städtische Bädergesellschaft „zahlt“ dem städtischen Gebäudemanagement pro Jahr angeblich rund 490 000 Euro Miete fürs Totobad, das meist nur drei Monate zu nutzen ist. [...]

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2007 Wem gehört eigentlich das Totobad?

Die Landeshauptstadt erhielt das Freibad 1959 von der saarländischen Totogesellschaft geschenkt. Deshalb nennen die Saarbrücker das Freibad in Erinnerung daran TOTOBAD, obwohl es den offiziellen Namen Schwarzenbergbad trägt.
 
Mit Auftrag der Landeshauptstadt wird das Freibad von der städtischen Bäderbetriebsgesellschaft BBS betrieben, die das Hausrecht ausübt. Die Vorgaben wie Öffnungszeiten, Tarife etc. werden vom Stadtrat bestimmt. Die BBS wird beauftragt, die Beschlüsse umzusetzen. Kontrolliert wird der Erfolg durch den Sportdezernenten.

Besitzrechte wurden gefunden in einem Vertrag zwischen Totogesellschaft und Stadt. Eine Kopie dieses Gestattungsvertrages liegt uns vor. Hierin wird ausdrücklich die Bindung des Freibades an diesen Standort genannt zur Förderung des Sportes. Der Förderverein reklamiert ein darin niedergeschriebenes "Wohnrecht" für das Freibad und seine Wasserratten - siehe Artikel unten "1959".

Wir fordern die grundbuchliche Eintragung eines Wohnrechtes für das Freibad.


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2007 Graffitti an der Hauswand gesponsert



Muntere Gesellen begrüßen die Gäste schon am Eingang

Der Förderverein legt los. Ein Graffitti wird zur Verschönerung einer tristen Betonwand bestellt. Es befindet sich an einer Aussenwand im Bereich der Zufahrt zum Eingang.

Wir sehen hierin einen Beitrag in der Attraktivierung des Freibades. Wir wünschen uns, dass die Nutzer und Kunden des Totobades mit uns an einem Strag ziehen. Wir haben das Ziel, den Fortbestand des größten Freibades im Regionalverband Saarbrücken und des einzigen Freibades in St. Johann zu sichern.



2007 Stadt spart beim Totobad

Sportdezernent Paul Borgard und der Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschft verkünden: die vom Stadtrat beschlossenen Sparauflagen erlauben nur den Ein-Schicht-Betrieb im Totobad und in Dudweiler. Damit sollen 250.000 € eingespart werden. Das bedeutet: Öffnungszeiten von 11 bis 18 Uhr, nur in den Sommerferien länger von 8 bis 20 Uhr, je nach Wetterlage. Kein Platz für "den harten Kern der notorischen Frühschwimmer."
(So spricht übrigens die Bäderbetriebsgesellschaft über ihre treuen Kunden)

Der Förderverein mietet kurzerhand das Freibad für die Frühstunden.
Nach zähen Verhandlungen mit Stadt und BBS hat der Verein das Freibad morgens von 7 bis 9 Uhr angemietet und bietet den Frühschwimmern den Service morgendlicher Badefreuden an, finanziert durch Sponsoren, durch ehrenamtliche Eigenleistung und mit Hilfe von Mitgliedsbeiträgen.
Wollen Sie wissen, was das gekostet hat?   711 €.
Einnahmen durch Eintritte, die der Förderverein erhielt, betrugen  111 €.
(Ohne die Dauerkartenbesitzer, die mußten nichts zahlen. Die Einnahmen hat BBS schon.)
BBS spart in der Saison 2007 durch die Schließung 600 €.

War es wirklich wert, sich deswegen diesen Ärger mit den Kunden einzuhandeln und unfreundliche Öffnungszeiten durchboxen? Die Reduzierung der Öffnungszeiten hat nicht die Einsparung gebracht, sondern läßt treue Kunden unzufrieden im Regen stehen.

Mit Freude zu bemerken ist, dass es zu einer Zusammenarbeit mit der Bäderbetriebsgesellschaft kam, was wir ausdrücklich als positiv und ausbaufähig empfanden. Der Förderverein will nicht nur kritisieren, er will auch dazu beitragen, dass die Kunden das Bad als attraktiv empfinden und gerne ins Totobad gehen.


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2007 „Atmosphäre/Allgemeine Lebensqualität“ in Saarbrücken

Uni-Semesterfallstudie
Lehrstuhl Prof. Dr. Christian Scholz/ U. Eisenbeis, WS 2006/07
Aufgabenstellung
Die Aufgabe in der Semesterfallstudie vom Wintersemester 2006 / 2007 in der Veranstaltung ORGA I war es, ein Gutachten über die Entwicklung des Standortfaktors Atmosphäre für die Stadt Saarbrücken zu erstellen, wobei hier insbesondere der Faktor „Allgemeine Lebensqualität“, der sich in den Möglichkeiten der attraktiven Freizeitgestaltung und ausgewogenem kulturellem Angebot widerspiegelt, betrachtet wird.


Wie ist die Stadt Saarbrücken im Hinblick auf den Wettbewerb mit anderen Standorten im Hinblick auf „Atomsphäre und Allgemeine Lebensqualität“ aufgestellt?
Wo ergibt sich ein Handlungsbedarf für Veränderungen?
Die grundlegende Methodik ist der multiperspektivische Ansatz der Strategischen Organisation. Die Themen der insgesamt 30 Gruppen ergeben sich aus den 6 Perspektiven der „Strategischen Organisation“ sowie den 5 exemplarisch ausgewählten Bereichen des Faktors „Allgemeine Lebensqualität“ in Saarbrücken.

Ergebnis: Gefordert wird eine selbstbewusstere Darstellung der  Standortvorteile und die Nutzung von Synergie-Effekten, z.B. durch

„Einbeziehen der Fördervereine in Gestaltung und Planung“ und
„infrastrukturelle Vernetzung“ durch Kooperationen unter
„Nutzung des städtischen Marketing Know-how’s“, also Entwicklung gemeinsamer Marketingkonzepte bei übereinstimmendem Aussenbild(Corporate Identity, Internetauftritte, Image-Werbung) mit den weiteren untersuchten „weichen Standortfaktoren“ wie Zoo, Staatstheater, Saarlandmuseum, Deutsch-Französischem Garten.

zum Selbstlesen
Semesterfallstudie - Gesamtausgabe

- Kurzfassung der Studie für den Bereich Schwarzenbergbad



2007 Schulanfänger zu fett

Einen alarmierenden Bericht zum Gesundheitszustand der Schulanfänger legte der Gesundheitsminister Hecken vor. Wer die Sporteinrichtungen schließt, braucht sich über solche Meldungen in Zukunft nicht mehr wundern.


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2005 Bäderkonzept der WIBERA

... mit verheerenden Aussagen macht die Runde.
- Diskussionsrunde am 14.07.2005 mit der FDP zum Konzept
Ergebnis: Stabilisierungsvorschläge der Diskussionsteilnehmer mit dem Ziel, eine Schließung zu verhindern.

- Kommentar von Herrn Fliczek, Saarbrücken
Er stellt dar, dass das vorliegende Konzept der WIBERA 2005 (Auftraggeber LHS Saarbrücken) mit falschen Zahlen arbeitet. Es sei "handwerklich falsch". Die Schlußfolgerung, dass das Totobad zu wenige Besucher und zu hohe spezifische Kosten aufweise, sei nicht korrekt.



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2005 "Ich persönlich bin gegen eine Schließung des Totobades"

Es folgen kontroverse Diskussionen. Eine Unterschriftenliste mit 17.000 Unterschriften wird der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz überreicht. Sie stellt Ihre Position klar in einem Offenen Brief in der SZ dar:

...Wie gehen wir mit dem Geld der Bürger um? Was bieten wir, auf was können wir verzichten? Sie kündigt ein Bäderkonzept an. ...Ich persönlich bin gegen eine Schließung des Totobades, weil es ein sehr attraktives Bad ist und als Innenstadtbad eine besondere Bedeutung hat. Wir brauchen die Unterstützung der Vereine und Bürger, um die Leistungen aufrecht zu erhalten.


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2005 Kampf ums Totobad



Protest gegen Schließungspläne

Erste Befürchtungen werden laut. Wegen klammer Kassen fragt die Stadtverwaltung nach der Zukunft des Schwarzenbergbades. Ein Bäderkonzept soll aufgestellt werden. Die Bürgerinitiative wird gegründet und warnt vor Schließungsplänen. Die Rede ist von Verkauf des Geländes für 20 Mio. € und Villenbau.

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2005 Empörte Bürger

Die beabsichtigte Schließung wäre Sozialraub. So der Tenor einer Bürgerversammlung am 08.07.2005. Die Stimmung erreicht den Höhepunkt der Empörung unter sommerlicher Hitze.


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1970 / 2007 Historisches und Aktuelles Luftbild




Das Totobad 1970 und 2007
erstaunlich sind doch die Ausmaße des benachbarten Tennisplatzes

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1959 Das Totobad wurde für den sportlichen Wettstreit gebaut...

"Glückliches Saarbrücken, das eine solche Anlage besitzt"
Die Worte stammen von Oberbürgermeister Fritz Schuster, der am 1. Juni 1959 feierlich die Eröffnung des Schwarzenbergbades bekanntgab. Die Architekten Albert Dietz und Bernhard Grohe haben eine "repräsentative Anlage für den Schwimmsport erschaffen, harmonisch in das Naturschutzgebiet eingebettet".
Die saarländische Totogesellschaft ließ das Freibad errichten und überreichte es als "eine bescheidene Gabe zum goldenen Jubiläum der Stadt". Es solle "für alle Zeiten eine Pflegestätte edlen sportlichen Wettstreites darstellen und der Gesamtheit der Bevölkerung dienen".

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aktualisiert:  11:49 16/02 2010